Demokratie lebt von Repräsentanten. Auch die Jüngsten unserer Gesellschaft wollen sich einbringen. Ein Möglichkeit, das schon früh zu tun, ist die Rolle des Schülersprechers.

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Am Dienstag kommen die Schülersprecherinnen und Schülersprecher der Schulen im Landkreis Gotha zusammen, um die neue Kreisvertretung zu wählen. Für jede Schulform bestimmen sie Vertreter. Am Donnerstag wählen die Kreisvertreter Sprecher für den Schulamtsbezirk Westthüringen.

Wahlen an engen Zeitplan geknüpft
Zu Beginn werden die Schülerinnen und Schüler am Dienstag von Sigrun Annen begrüßt, der Referentin für kulturelle und politische Bildung beim Schulamt. Im späteren Gespräch sagt sie, dass sie den direkten Kontakt mit den Schülerinnen und den Schülern sowie mit den Lehrkräften an ihrem Job schätzt.
Während ihrer Begrüßung betont sie die Wichtigkeit des Austauschs zwischen den Schülervertretungen und wirbt um Netzwerkmöglichkeiten, die die jungen Vertreterinnen und Vertreter wahrnehmen können. Sie verweist auf verschiedene Kultur- und Bildungsprogramme, die das Schulamt selbst, oder Organisationen wie „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ anbieten. Ein Beispiel wäre zum Beispiel das Schulprojekt der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „Gleichense“ aus Ohrdruf, das sich mit der Geschichte des Buchenwald-Außenlagers in Ohrdruf beschäftigt
Als sie die noch frisch ins Amt gewählten Schülerinnen und Schüler zum Einstieg fragt, wer im Vorfeld von der Schulleitung über seine Rechte und Pflichten informiert wurde, bekommt sie keine positive Rückmeldung. Deshalb werden die neuen Interessenvertreterinnen und -vertreter grob über ihre Aufgaben und Möglichkeiten informiert. Sigrun Annen erklärt später, dass die Schulen sich bei den Wahlen an einen engen Zeitplan halten müssten und deshalb das ausreichende Informieren der gewählten Vertreterinnen und Vertreter nicht immer möglich sei. Also werden die jungen Erwachsenen mit trockenen, aber wichtigen Informationen versorgt. Annen erklärt zum Beispiel die aktuell in Thüringen anlaufende Verfassungsviertelstunde oder den Beutelsbacher Konsens, der grundlegend für die politische Bildung in Deutschland ist.
Nun übernimmt Steffen Jakob vom Gothaer Jugendamt. Er stellt die Aufgaben des Jugendamtes und die Arbeit des Jugendauschusses vor, bei dem die Kreisschülersprecher Mitglieder sind. Nach ihm tritt Tobias Schulze nach vorne, um den Jugendlichen die verschiedenen Kinder- und Jugendbeteiligungsmöglichkeiten im Landkreis aufzuzeigen.
Jede Schulform wählt separat
Und dann steht auch schon die Wahl auf der Tagesordnung. Die Anwesenden Schülersprecherinnen und Schülersprecher sollen aus ihrer Mitte in geheimer Wahl je einen Vorsitzenden Kreisschülersprecher und zwei Stellvertreter wählen. Dabei wählt jede Schulform ihre Vertreter separat. Die Jugendlichen beginnen mit einer Vorstellungsrunde, bei der sie sich gegenseitig kennenlernen und ihre Ziele und Vorhaben aufzeigen. Nach einigen Wahlrunden und dem ein oder anderen Stimmenpatt stehen die neuen Interessensvertreterinnen- und Vertreter fest.
Die neuen Kreisschülersprecher und Vertreter im Überblick
Regelschulen: Amy Richter, Lisa Oschmann, Jaina Butkewitz
Thüringer Gesamtschulen: Mimi Leopold, Amon Salzmann, Kuper Reidt
Förderschulen: Benjamin Horn, Felix Maralett
Gymnasien: Belinay Izgördü, Hannah Wenig, Iwan Mohamad Juan Ahmad
Berufsschulen: Lea-Sophie Spannaus, Luca Hofmann, Natalie Auer

Hoffnung auf mehr Engagement
Nach der Wahl ergreifen zwei anwesende Vertreter der Landesschülervertretung das Wort, um die Anwesenden über die Schülervertretung auf Landesebene zu informieren. Unter ihnen ist Benjamin Horn, der sich schon länger in der Schülervertretung engagiert. Er hofft, dass die neue Landesschülervertretung mehr Engagierte findet, damit die Gremien besser aufgestellt sind. Er glaubt: Wenn sich mehr junge Menschen organisieren würden, dann wäre die Interessenvertretung insgesamt handlungsfähiger.
Die neu gewählten Kreisschülersprecherinnen- und Schülersprecher starten nun also in ihre zweijährige Amtszeit und versuchen ihre Vorhaben umzusetzen. Der erste Termin steht schon zwei Tage später an. Dann müssen die Gewählten ihre Vertreter für den Schulamtsbereich West wählen. Dieser umfasst den Ilm- und Wartburgkreis sowie den Landkreis Gotha.
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Zu den Aufgaben der Schülervertretung auf Kreisebene gehört hauptsächlich der Austausch mit Schülerschaft, Politik und Verwaltung im eigenen Landkreis.







