Diese zwei Waltershäuser hält es nicht lange in der Heimat: Erst Anfang 2025 waren Sandra Butscheike und Steffen Mender von einer halbjährigen Radreise aus Südamerika zurückgekehrt und hatten ihre Abenteuer im Vortrag „Südamerika – Mit dem Fahrrad von Bolivien nach Feuerland“ einem breiten Publikum präsentiert. Inzwischen sind sie erneut seit Monaten mit ihren Rädern in Südamerika unterwegs. Das Abenteuerpaar meldete sich jetzt aus Peru.

Peru Radreise
Radweg mit Ausblick: Der Huascarán-Loop in Peru.© outdoorvisionen.de | Sandra Butscheike & Steffen Mender

Nach mehr als 20 Stunden Anreise landeten die beiden Radreisenden bereits am 22. Juni in Huaraz. Zu Beginn stand eine Akklimatisierung an, berichten Butscheike und Mender. Die Stadt liegt auf rund 3000 Metern und eignet sich gut, um sich an die dünne Luft zu gewöhnen.

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Sandra Butscheike und Steffen Mender auf dem Pass Punta Olimpica.© outdoorvisionen.de | Sandra Butscheike & Steffen Mender

Die beiden erkundeten zunächst die Stadt und den Mercado Central. Danach folgten Wanderungen und geführte Touren auf mehr als 4000 Meter Höhe. Ein Höhepunkt war die Laguna Parón, einer der spektakulärsten Bergseen Perus. Der pyramidenförmige Gipfel des Artesonraju wird oft mit dem Bergmotiv des Paramount-Pictures-Logos des gleichnamigen Filmstudios verglichen.

300 Kilometer rund um den Huascarán

„Nach anderthalb Wochen haben wir uns fit genug für unsere Einfahrrunde gefühlt“, schreibt Butscheike und präsentiert ein paar Eckdaten: Der Huascarán-Loop führt auf etwa 300 Kilometern um den mit 6768 Metern höchsten Berg Perus. Zu bewältigen waren 6500 Höhenmeter und drei Pässe auf 4736, 4000 und 4767 Metern.

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Das Mittagsmenü in Sapcha war lecker und kostete für zwei Personen 30 Soles – etwa 7,50 Euro. Steffen Mender lässt es sich munden.© outdoorvisionen.de | Sandra Butscheike & Steffen Mender

Von Huaraz ging es über eine stark befahrene Straße nach Carhuaz, dann auf ruhigerem Asphalt sagenhafte 50 Kilometer bergauf. „Auf über 4000 Metern fühlten wir uns, als hätte jemand den Stecker gezogen. Wir kamen nur sehr langsam voran und brauchten zweieinhalb Tage, um die 2100 Höhenmeter zu überwinden“, schildert Sandra Butscheike. Von der Punta Olimpica auf über 4700 Metern rollten sie durch den zweithöchsten Straßentunnel der Welt hinab nach Chacas. Das Andendorf mit seinen Holzbalkonen rund um die Plaza beeindruckte sie.

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Findet sich mal keine Zeltmöglichkeit, tut es auch eine einfache Unterkunft, wie hier in Yanama.© outdoorvisionen.de | Sandra Butscheike & Steffen Mender

Hinter Acochaca wurde aus dem Asphalt eine Schotterpiste. Wegen Bauarbeiten war die Strecke nur von 12.30 bis 13.30 Uhr und von 18 bis 7 Uhr offen. „Nach vielen Gesprächen und Telefonaten durften wir mit unseren Rädern zum Glück immer wieder durchhuschen. Das kostete zwar ziemlich viel Zeit, dafür hatten wir die Straße über viele Kilometer ganz für uns.“

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Eis am Zelt, Hitze am Tag

Den Anstieg zum dritten Pass teilten sie auf zwei Tage auf. Nach 1000 Höhenmetern erwischte sie ein stundenlanges Unwetter mit Regen und Hagel. „Das störte uns wenig. Wir saßen im Trockenen und verputzten eine große Portion Nudeln, bevor wir todmüde in unsere Schlafsäcke gekrochen sind“, kommentiert Sandra Butscheike.

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Jeden Morgen sind Räder und Zeltwand vereist.© outdoorvisionen.de | Sandra Butscheike & Steffen Mender

Am nächsten Morgen zogen sich die letzten 350 Höhenmeter auf ruppigem Untergrund. Am Portachuelo de Llanganuco, mit knapp 4800 Metern der höchste Punkt der Tour, belohnte sie ein Bergpanorama. Nach einem weiteren Zeltplatz ging es zu den türkisfarbenen Llanganuco-Lagunen und nach Yungay. Von dort führte eine stark befahrene Straße über 55 Kilometer und 1000 Höhenmeter zurück nach Huaraz. Tagsüber herrschten bis zu 40 Grad, nachts und morgens einige Grad unter null. Zelt und Räder waren morgens vereist.

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„Der Huascarán-Loop hat uns als Einfahrrunde so einiges abverlangt. Die großen Höhen und die extremen Temperaturunterschiede haben uns das Leben wirklich schwer gemacht“, schreiben Sandra Butscheike und Steffen Mender. Wenn es die Infrastruktur und die Reisestrapazen zulassen, werden sich die beiden Waltershäuser noch ein weiteres Mal von ihrer abenteuerlichen Tour aus Peru melden.