Mobilität für Kinder und Jugendliche: Das ist Kernthema eines Bürgerbegehrens im Ilm-Kreis. Die Initiatorinnen fordern ein kostenloses Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler im Ilm-Kreis. Nicht nur Landrätin Petra Enders (parteilos) unterstützt die Aktion, auch knapp 3000 Bürgerinnen und Bürger schließen sich der Forderung an.

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Zu den Initiatorinnen gehören Lea Kittel und Jenny Rotter (beide Linke), die selbst Mütter sind. Deshalb ist es für sie auch ein wichtiges Projekt. Lea Kittel hat die knapp 3000 Unterschriften ins Landratsamt des Ilm-Kreises gebracht. „Das Sammelziel haben wir zwar nicht erreicht, dennoch ist es gelungen, für das Thema zu sensibilisieren. Wir haben im Laufe der letzten vier Monate einen großen Bedarf für kostengünstige Mobilität junger Menschen wahrgenommen. Es gab viel Zuspruch für unser Anliegen. Viele Menschen haben uns unterstützt.“

Ausschlaggebend für das Bürgerbegehren ist die Ungerechtigkeit im Klassenraum, erzählt Lea Kittel. Die Diskussionen in den Klassenräumen entstehen vor allem, wenn es um Ausflüge geht. Denn im vergangenen Jahr hat der Ilm-Kreis entschieden, das 49-Euro-Ticket zu finanzieren, anstatt nur das Busticket. Es wird für die Kinder und Jugendlichen durch den Kreis finanziert, deren Schulweg zur Grundschule länger als 2,8 Kilometer und zur weiterführenden Schule mehr als drei Kilometer lang ist. „In Arnstadt ist es so kurios, dass Schülern aus dem einen Wohnblock das Ticket bezahlt wird, und im Nachbarhaus nicht“, sagt Kittel. Diese Ungleichbehandlung sorge für Unstimmigkeiten im Klassenverband, das würden auch die Lehrkräfte bestätigen, sagt die Initiatorin.

Landrätin unterstützt Bürgerbegehren

Auch Petra Enders spricht von „Chancengleichheit“ für alle Kinder und Jugendlichen. Sie sagt weiter: „Mobilität ist der Schlüssel zu Freiheit und Unabhängigkeit junger Menschen und fördert ihre Selbständigkeit. Nur wer mobil ist, kann nach der Schule Freunde treffen, neue Orte entdecken und an kulturellen sowie sportlichen Veranstaltungen teilnehmen.“

Die Unterschriften liegen nun im Landratsamt. Die Landrätin kennt die Forderung und unterstützt das Vorhaben. Jetzt liegt es am Kreistag, weiter zu verfahren. In der jüngsten Sitzung ist bereits über ein Ticket von 25 Euro pro Monat gesprochen worden. Allerdings gibt es noch keinen Beschluss.

tp