Der Weg über den Arnstädter Friedhof ist verworren – kleine Pfade, bedeckt von Laubblättern, führen zu liebevoll gepflegten Gräbern und irgendwo am Rand der umgebenen Mauer liegen die jüdischen Grabstätten, wie ein Nachgedanke. Erst seit 1910 dürfen hier auch Juden ihre Toten beerdigen; zuvor mussten sie bei Wind und Wetter mit dem Handkarren nach Plaue gebracht werden.

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Der ehemalige Schulleiter Wilfried Leibnitz erzählt von zwei besonderen Gräbern – dort liegen Menschen, die in Konzentrationslagern ums Leben kamen. Die siebte Klasse der Robert-Bosch-Regelschule macht ebendiese Gräber sauber, und noch viele mehr. Vor der Arbeit erhielten sie eine ähnliche Geschichtsstunde, damit sie das Leben der Verstorbenen und ihre tragische Situation besser nachvollziehen können.

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Pflege jüdischer Friedhöfe: Seit 30 Jahren für die Erinnerung

Das Projekt „Pflege jüdischer Friedhöfe“ wurde vor über 30 Jahren von drei Arnstädter Regelschulen ins Leben gerufen. Heute engagiert sich nur noch die Robert-Bosch-Schule – dafür sogar zweimal im Jahr. Bei diesem Arbeitseinsatz handelt es sich um eine langjährige Tradition, normalerweise von freiwilligen Schülern getragen; dieses Mal ist es eine ganze Schulklasse. Die zahlreichen motivierten Schüler der 7a verteilen sich über den Friedhof und helfen nicht nur bei den jüdischen Gräbern, sondern überall dort, wo Unterstützung gebraucht wird.

„Geschichtsunterricht mit Kopf, Herz und Hand“

Nicht nur für Wilfried Leibnitz handelt es sich bei dem Projekt um eine „Herzensangelegenheit“, auch der neue Schulleiter der Regelschule, Björn Niessen, möchte, dass dieses Projekt noch lange besteht. Die Schüler der Robert-Bosch-Schule sollen weiterhin jedes Jahr die jüdischen Gräber pflegen, da er es für wichtig hält, eine Erinnerungskultur zu etablieren. Er nennt es: „Geschichtsunterricht mit Kopf, Herz und Hand“.

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