- Thüringens wohl größtes Adventsfestival läuft – es kommen rund 20.000 Gäste in die Stadt
- Von Freitag bis Sonntag gibt es verteilt in der Altstadt viel zu entdecken
- Parken, Öffnungszeiten, Höfe: Was Besucher des Bachadvents 2024 wissen müssen
Der Arnstädter Bach-Advent ist Weihnachtsmarkt, offene Höfe und Kulturfestival in einem, und das ist wohl einmalig. Als das wohl größte Adventsfestival (nicht nur) in Thüringen sehen die Veranstalter vom Stadtkern-Verein Arnstadt den Bach-Advent denn auch an.
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Öffnungszeiten des Bachadvents: Freitag bis Sonntag ab 10 Uhr
Eingeladen wird an drei Tagen vom 29. November bis 1. Dezember allein zu 300 kostenlosen Veranstaltungen mit mehr als 120 Acts in den schönsten Höfen, Häusern und Kellern der historischen Altstadt Arnstadts, die man sonst nur selten oder gar nicht zu Gesicht bekommt. Die Besucher werden mit Ausstellungen, Konzerten jeglicher Couleur, Lesungen, Tanz, Theater, Kunsthandwerkermärkten, Poetry Slam, StreetArt und Puppenspiel unterhalten. Und das alles in wunderbarem, vorweihnachtlichem Flair.

Dickes Programmheft für vier Euro
Die Türen zur ehemaligen Apotheke unter der Galerie auf dem Markt wird der Verein öffnen. In der Stadtinformation auf dem Markt gibt es für die Besucher ein dickes Programmheft für vier Euro mit eingelegter Karte zur Orientierung. Außerdem stellt der Stadtkern-Verein die Bach-Advent-App für iOS- und Android-Smartphones kostenlos zur Verfügung, mit der man mittels interaktiver Karte zu den Spielstätten und Parkplätzen gelotst wird. Zugleich enthält sie auch alle Last-Minute-Programmänderungen. Der größte Parkplatz befindet sich am Wollmarkt. Auf der Karte sind auch alle verfügbaren Toiletten eingezeichnet, ein großer Toilettenwagen steht auf dem Markt.
50 Häuser, Höfe und Keller sind dabei
Das Herzstück des Festes ist die Einladung, die historischen Höfe der alten Stadtquartiere zu besuchen und die vielfältig angebotene Kultur im weihnachtlichen Flair zu genießen. Deren Besitzer sorgen zudem für Verköstigung und Kauflust. Zur Auswahl stehen 50 historische Häuser, Höfe, Plätze und Keller. Die Bewohner öffnen Tür und Tor mit eigenen Ideen und Initiativen. Mit dabei sind unter anderem: Breiter Stein, Drei Schwäne, Engelsburg, Gans auf 3 Rosen (Kirchgasse 1), Güldener Greif, Kohlkeller, Rothe Tür, Salzkarren.

Fotowettbewerb mit drei Prämien
Auch wird es wieder einen Fotowettbewerb geben. „Denn Bach-Advent ist das Paradies für Fotografen“, findet der Veranstalter. Die gelungensten Bilder können unter: foto@bach-advent.de eingereicht werden. Aus allen Einsendungen werden drei Fotos prämiert. Auch diesmal fehlt es nicht an der Bach-Advent-Motto-Tasse, die sich längst als Sammlerobjekt entpuppt hat. Sie dient nicht nur als Pfandbecher, der an jedem Stand in jedem Hof wieder abgegeben werden kann, sie soll auch mit nach Hause genommen werden. Durch den Erwerb dieser Tassen helfen die Besucher mit, den Bach-Advent zu finanzieren und den Fortbestand des Festes zu sichern.

Zwei Konzerte noch nicht ausverkauft
Der Bach-Advent kostet die Veranstalter rund 70.000 Euro, davon sind 55.000 Euro Gagen für die Künstler, und da sind die drei Hauptkonzerte noch nicht dabei, sagte Rainer Pense. Ein Drittel sind Fördermittel, der Rest wird über Sponsoren abgedeckt. Das Konzert mit Ulrich Tukur und Band ist wie das mit dem Bach-Pianisten Martin Stadtfeld noch nicht ausverkauft. Karten gibt es in der Touristinformation Arnstadt.
Aus dem Programm: Konzerte in den Höfen
Freitag:
- 18.50 Uhr spielt der Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde am Rathaus auf.
- Kea & The Rain treten im Güldenen Greif ab 19 Uhr mit Kontrabass, Westerngitarre, Lapsteel-Gitarre und Gesang auf.
- Tschechischer Kittelschürzenpop wird im Alten Rektorat ab 19 Uhr von Oblátský dargeboten.
- Wellmann and friends schlagen im Weißen Hahn ab 19.15 Uhr auf.
- Mit Rock-Hymnen wird Tina Rogers ab 19.45 Uhr im St. Lorentzen am Ried begeistern.
- The Grateful Rush sind ab 20 Uhr in der Engelsburg mit klassischen Rock-Arien zu erleben.
Samstag:
- Die Singmäuse der Johann-Sebastian-Bachschule werden in ihrer Schule mit einem Weihnachtsprogramm um 13.30 und 14.30 Uhr erfreuen.
- Lukas und Lucas von L Quadrat haben ein Keyboard, eine Gitarre und eine Stimme und spielen sich damit ab 14 Uhr im „My Flair“ durch die Rock- und Popgeschichte.
- Das Duo Papermoon, Gesang und Klavier, hat sich auf Jazz, Soul und Swing-Klassiker spezialisiert ab 14.30 Uhr im Lebensart.
Sonntag:
- Die Burgen-Jazz-Band spielt traditionellen Oldtime Jazz, Dixieland und Schlager um 13.45 Uhr im Breiter Stein.
- Thyra Aurora, eine Harfenistin aus Arnstadt, zupft im Bach-Café ab 14 Uhr.
- Sila Laká, die Gruppe Djembalo und die Sängerin Nadin Hofmann verzaubern um 15 Uhr im Rathaussaal mit Weltmusik.
- Das Duo Kalter Kaffee albert in der Rothen Tür ab 14.15 Uhr.

Eröffnung um 18 Uhr am Hopfenbrunnen
Zum diesjährigen Thema „Klang“ wird es am 29. November ab 18 Uhr vom Hopfenbrunnen aus einen Eröffnungsumzug entlang eines Klangpfades geben. Dabei werden sich Kinder von Arnstädter Schulen bemerkbar machen, ausgerüstet mit allem das „klingelt, pfeift, summt und trommelt“. Sie sind in Begleitung eines kurzfüßigen Drachens und eines extrem langbeinigen Elches, auch Bürgermeister Frank Spiling (parteilos) will sich in den illustren Zug einreihen.
Klanginstrumente zum Ausprobieren auf dem Markt
Wenn es nicht regnet, kann sich Arnstadt auf zwei außergewöhnliche Street-Art-Künstler freuen. Auf dem Marktplatz werden Klanginstrumente von Etienne Favre aufgestellt, die man bespielen darf. Darunter sind Riesenholzharfe, Stiefel-Flöten, Besenräder, Elefantenklavier und ein Klanglabyrinth. Zu erleben gibt es außerdem einen Entertainer aus Dresen, der auf einem Dreirad-Roller ein ganzes Druckluft-Orchester mit sich führt und damit musiziert.
Wer die Ideen sammelt, Sponsoren wirbt, Künstler aussucht, Objekte bastelt, Anträge schreibt, also wer Monate in der Freizeit unentgeltlich an der Planung, Vorbereitung und Organisation dieses Festes arbeitet, das sind neben Hodgson und Pense auch Anke Mämpel, Constanze Gramann, Maximilian Mämpel und Norbert Wenzlaff.
Promis übernachten bescheiden in Arnstadt
Aber wie findet man nun all diese Künstler für Häuser, Plätze und Höfe? „Man muss mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen.“ Das mache Rainer Pense, attestiert ihm Christoph Hodgson. Er finde dabei Künstler, die nicht wahnsinnig bekannt, aber wahnsinnig gut sind. Hodgson kümmere sich um das Management der Hauptacts, da ziehe die Bach-Kirche als Lockmittel ungemein, auch die Akustik sei dort hervorragend. Die Künstlerbegleitung laufe dann meistens bis morgens um 4 Uhr. Nächtigen wollen die Promis meistens „ohne vier Sterne“ in der „Sonne“, da feierte einst Bachs große Familie lautstark und gern.



