Herzblut, Engagement, Geduld und Kreativität: Maximen, die für die „Agathen“ des Ilm-Kreises selbstverständlich sind. Denn nur durch den unermüdlichen Einsatz des Teams und der Unterstützung der Landrätin ist es möglich, das Projekt so erfolgreich auf- und auszubauen. Dass die Senioren das Angebot dankbar annehmen, zeigen die steigenden Beratungszahlen – auch deshalb wächst das Team auf fünf Mitarbeiterinnen.

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Das Agathe-Programm richtet sich vor allem an alleinlebende Senioren, die Unterstützung in den verschiedensten Bereichen ihres Alltags benötigen. Ziel ist es, den Senioren ein Leben, so lange wie möglich, in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Da fehlt es oftmals an „kleineren“ Unterstützungen wie Hilfen im Haushalt, Fahrdiensten zum Hausarzt oder zum Einkaufen. „Da unterstützen die Agathe-Fachberaterinnen bei der Vermittlung von Hilfsdiensten ebenso wie bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen der Pflegekasse oder des Sozialamts“, sagt Landrätin Petra Enders (parteilos) und dankt den Frauen für ihr Engagement.

Fachliche Kompetenz gepaart mit Aus- und Weiterbildungen

Ein weiterer Aspekt des Projekts, das durch das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie initiiert und gefördert wird, ist der Kampf gegen Einsamkeit unter den Senioren. „Wenn die Familie weit verstreut ist und die Motivation zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nachlässt, droht sich oft unbemerkt Einsamkeit einzuschleichen“, so Enders. In diesen Fällen versuchen die Beraterinnen, die Einsamkeit anzusprechen und gemeinsam nach möglichen Auswegen, wie beispielsweise der Vermittlung in Seniorentreffs, zu suchen.

Das Agathe-Team fährt auch zu Seniorentreffen, wie im vergangenen Jahr nach Osthausen.
Das Agathe-Team fährt auch zu Seniorentreffen, wie im vergangenen Jahr nach Osthausen.© Antonia Pfaff

Projektkoordinatorin Christiane Herrmann hat die Konzeption mit ins Leben gerufen und mit ihrem Team weiterentwickelt. Denn zunächst sei es nur um die Vermittlung von Seniorentreffs gegangen und darum, mögliche Wege aus der Einsamkeit zu finden. Doch das ist es schon lange nicht mehr. Das inzwischen fünfköpfige Team hat nicht nur eine fachliche Kompetenz, sondern nimmt regelmäßig an Schulungen und Weiterbildungen teil, um den Senioren im Ilm-Kreis in allen Fragen und Belangen des Alltags zur Seite zu stehen, aber auch mit Blick auf Vorsorge, Patientenverfügungen und ähnliches. „Der fachliche Charakter ist sehr hoch“, betont Christiane Herrmann. Beispielsweise bildet sich das Team im kommenden Jahr zu Demenz-Coaches weiter. Die Koordinatorin dankt an der Stelle auch der Landrätin, denn „kaum ein Landrat unterstützt das Projekt so intensiv“.

Forderung nach dauerhafter Finanzierung seitens des Landes

Dass es dieses Angebot braucht, zeigen die steigenden Beratungszahlen. Während 2023 über 800 Beratungen registriert wurden, sind es in diesem Jahr mit Stand vom Juli bereits über 500 – Tendenz steigend. „Es ist eines der wenigen geförderten Projekte für Senioren in Thüringen“, sagt Herrmann. Das Land habe keine anderen Konzeptionen dieser Art. Deshalb fordert sie gemeinsam mit der Landrätin, dass das Projekt dauerhaft gesichert und gestützt wird. Denn derzeit läuft das Projekt zwar noch bis 2026, doch die Arbeitsverträge sind immer nur für ein Jahr befristet.

„Die Anerkennung für dieses Projekt bedeutet auch finanzielle Unterstützung und Sicherheit für alle Beteiligten“, betont Enders. Sie schlägt vor, das Projekt unter das Dach des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben“ zu nehmen, allerdings mit dem gleichen Förderbudget. Denn dann wäre „Agathe“ dauerhaft finanziert. Seitens des Landratsamtes ist bereits ein Brief an alle Fraktionen des Landtags gegangen, um diesen Wunsch künftig zu verfolgen. Derzeit gibt es 13 dieser Projekte in Thüringen.

Neue Aufteilung des Ilm-Kreises

Um künftig keine weißen Flecken mehr in der Versorgung der Senioren seitens der „Agathen“ auf der Landkarte des Ilm-Kreises zu haben und um dem Zuspruch und der steigenden Komplexität gerecht zu werden, gibt es zwei neue Mitarbeiterinnen: Simone Härtelt und Sabrina Haase. Sie kommen beide aus der Pflege, wollen aber wieder mehr Zeit für die Senioren haben, ihr Wissen weitergeben und helfen. Antje Hübel kümmert sich um die VG Geratal/Plaue, Geratal, Stützerbach und Frauenwald. Doreen Klauder wird auch weiterhin Ilmenau und die Landgemeinde Großbreitenbach betreuen. Sabrina Haase übernimmt die Region Amt Wachsenburg und Arnstadt; Simone Härtel ist für Stadtilm und die VG Riechheimer Berg zuständig.

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