Ein rundes Jubiläum feiert in diesem Jahr die Kreisjugendfeuerwehr. Seit 30 Jahren koordiniert der Verein im Auftrag des Ilm-Kreises die Jugendarbeit der Jugendfeuerwehren im Ilm-Kreis, unterstützt die Jugendwarte bei der Ausbildung des Nachwuchses und organisiert Wettbewerbe und Veranstaltungen. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden René Sieber über den runden Geburtstag.

30 Jahre Kreisjugendfeuerwehr, das wird doch sicher groß gefeiert?

Wir planen vom 3. Juli bis 6. Juli unser traditionelles Zeltlager. Diesmal schlagen wir es in Kirchheim neben der Turnhalle auf. Das eigentliche Jubiläum feiern wir am 5. Juli. Gemeinsam mit der Kirchheimer Wehr, die in diesem Jahr 160 Jahre alt wird und die ein großes Festwochenende mit vielen Höhepunkten vorbereitet.

Wie viel Kinder und Jugendliche reisen zum Zeltlager an? Wie viele Betreuer sind nötig?

Wir rechnen mit rund 350 bis 370 Kindern und 80 bis 100 Betreuern. Leicht ist das nicht, weil es nur in wenigen Gemeinden Regelungen gibt, dass den Jugendwarten der Verdienstausfall ersetzt wird. Sie haben also nur zwei Möglichkeiten: Sich unbezahlt von der Arbeit freistellen zu lassen oder ihren privaten Urlaub zu opfern, um mit den Kindern ins Zeltlager zu fahren. Die Kinder und Jugendlichen vier Tage lang zu betreuen, ist eine große Verantwortung. Das sollte nicht mit persönlichen Opfern einhergehen. Daher sehen wir in Sachen Vergütung des Verdienstausfalls einen dringenden Handlungsbedarf.

2013 fand das Zeltlager schon einmal in Kirchheim statt. Gut möglich, dass die Kinder von einst nun wieder anreisen, diesmal aber als Betreuer.
2013 fand das Zeltlager schon einmal in Kirchheim statt. Gut möglich, dass die Kinder von einst nun wieder anreisen, diesmal aber als Betreuer.© TA | Christoph Vogel

Wie viel Vorlaufzeit benötigen Sie, um ein solches Großereignis vorzubereiten?

Wir sind schon seit einem dreiviertel Jahr in der Vorbereitungsphase. Genau genommen ist nach dem Zeltlager immer auch vor dem Zeltlager, denn bis die Kinder anreisen, muss jede Menge organisiert werden. Der Platz muss reserviert werden, es sind Absprachen mit den Wehren und vor Ort nötig, wir müssen Container und Technik mieten und und und...

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Wann beginnt der Zeltaufbau? Wie lange dauert es, den Platz nach dem Zeltlager wieder zu beräumen?

Wir bauen am Mittwoch, dem 2. Juli, das Zeltlager auf. Das Beräumen geht sehr schnell. Am Sonntag gegen 10 Uhr beginnt der Abbau, spätestens um 12 Uhr ist der Platz dann beräumt. Darin haben wir inzwischen alle Übung. Nur die Dusch- und Toilettencontainer werden später, voraussichtlich am Dienstag, abgeholt.

Ist es schwierig, ein Programm zu entwickeln, bei dem sich niemand langweilt?

Zu unserem Planungsteam gehören vier Vorstandsmitglieder und die acht Gemeindejugendwarte. Da fällt es nicht schwer, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, zumal diesmal ja auch die Kirchheimer viel bieten. Anstehende Aufgaben lassen sich gut verteilen, auch die Durchführung ist dank des großen Teams abgesichert.

Wer übernimmt die Versorgung und was essen die Kinder am liebsten?

Zum Zeltlager übernimmt meist die örtliche Feuerwehr die Versorgung. Diesmal ist das anders, da die Kirchheimer ja selber feiern und jede freie Hand benötigen. Daher kümmert sich erstmals unser neu gegründeter Förderverein der Kreisjugendfeuerwehr um die Verpflegung. Die Kinder freuen sich immer schon auf die Klassiker wie Nudeln mit Feuerwehrsoße.

Und wer wäscht ab?

In einem so großen Zeltlager verzichten wir aus hygienischen Gründen auf das Abwaschen per Hand. Wir nutzen einen Spülanhänger der Stadt Stadtilm. Dort geben die Kinder ihr Geschirr ab, gespült wird in einer Industriespülmaschine mit heißem Wasser.

Tom Spaleck war 2011 im Zeltlager in Elxleben. Der Kirchheimer engagiert sich noch immer bei seiner Feuerwehr, ist inzwischen eine aktive Einsatzkraft.
Tom Spaleck war 2011 im Zeltlager in Elxleben. Der Kirchheimer engagiert sich noch immer bei seiner Feuerwehr, ist inzwischen eine aktive Einsatzkraft.© Foto: Christoph Vogel | Christoph Vogel

Bereitet Ihnen die Finanzierung Sorge?

Die Finanzierung macht uns in diesem Jahr keine Sorgen. Wir haben Mittel vom Kreisfeuerwehrverband erhalten. Außerdem gibt es Zuschüsse des Landkreises und Geld aus dem Jugendförderplan.

30 Jahre Kreisjugendfeuerwehr – wie viele der Betreuer waren eigentlich als Kinder selbst schon im Zeltlager?

Das fragen wir immer erst vor Ort ab. Mein Tipp: Fast alle kennen das Zeltlager aus eigenem Erleben. Dazu ist eine solche Großveranstaltung ja auch da: Die Kinder erleben Dinge, die sie an die Feuerwehr binden. Das trägt bis ins Erwachsenenleben. Wer schon als Kind Spaß an der Feuerwehr hat, lässt sich auch weiter ausbilden und wechselt dann später in die Einsatzabteilungen der Wehren.