Zum 34. Mal rückt der Thüringer Orgelsommer die vielfältige Orgellandschaft im Freistaat in den Fokus. Bis zum 20. Juli gibt es knapp 50 Konzerte in über 40 Orten. Auch der Ilm-Kreis wird wieder mit fünf Konzerten in Ilmenau, Arnstadt, Neusiß, Holzhausen und Wipfra vertreten sein.

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Im Februar 1992 gründete sich in Arnstadt der Verein Thüringer Orgelsommer. Auf Initiative des ehemaligen Organisten und Kantors der Bach-Kirche, Gottfried Preller, sollte das Ziel verfolgt werden, die einmalige Thüringer Orgellandschaft zu retten und auf deren bedrohten Zustand aufmerksam zu machen.

Das erste Konzert im Ilm-Kreis findet am 27. Juni, 19.30 Uhr in der Kirche Wipfra statt und steht unter dem Motto „Virtuose Romanzen“. Martin Stephan (Wiehe) auf der Orgel und Susanne Ehrhardt (Berlin) mit Klarinette und Blockflöte bieten unter anderem Werke von Weber, Paganini und Krähmer dar.

„Bach Evolutionen“ gibt es am 4. Juli um 19.30 Uhr in der Arnstädter Bachkirche zu hören. Bartomeu Manresa aus Palma de Mallorca spielt unter anderem Werke von Buxtehude, Bruhns, Bach, Mendelsohn und Reger. Der Spanier, Jahrgang 1978 ist Hauptorganist der Pfarrkirche Santa Creu in Palma de Mallorca und Orgellehrer am Konservatorium Inca.

„Seefahrerstädte“ lautet das Motto für das Konzert in der Neusißer Coudray-Kirche am am 5. Juli um 16 Uhr. Bestritten wird es von Jan Katzschke (Dresden) als Sänger und Organist sowie von Thomas Friedlaender (Dresden) am historischen Blechblasinstrument Zink. „Große Seefahrerstädte waren Zentren des Fernhandels mit enormer Ausstrahlung, wo Nachrichten und Informationen von überall her zusammenkamen, was stets gute Entfaltungsmöglichkeiten für die Wissenschaften und Kunst garantierte. Viele der angesehensten Musiker des 17. Jahrhunderts fanden Anstellungen in diesen Hochburgen reicher Kaufleute: Jan Pieterszon Sweelinck, Johann Schop, Dietrich Buxtehude, Johann Vierdank oder Giovanni Bassano sind nur einige Beispiele aus der Fülle großer Namen.

In Ilmenau wird auch auf einen Orgel-Portativ musiziert

„Mit drei Orgeln und zwei Saxofonen um die Welt“ ist das Konzert am 11. Juli, 19.30 Uhr, in der Ilmenauer St.-Jakobus-Kirche überschrieben. Der Berliner Organist Volker Jaekel wird nicht nur die große Kirchen-Orgel spielen, sondern auch ein von ihm mitgebrachtes Orgel-Portativ, welches die kleinste, tragbare Form der Orgel darstellt. Der renommierte Saxophonist Gert Anklam wird natürlich alle Paletten seiner Saxophone zum Klingen bringen, aber auch noch seine chinesische Mundorgel Sheng. Somit erklingen insgesamt drei Orgeln und zwei Saxophone zu diesem außergewöhnlichen Konzert. Das Programm spannt einen Bogen durch die Zeiten von Alter Musik bis zu Jazz, Weltmusik und Tango.

„Der kleine Prinz“ steht am 12. Juli, 19 Uhr im Mittelpunkt des Konzertes in der Dreifaltigkeitskirche in Holzhausen. Schauspielerin Laura Birkenfelder (Hamburg) und Organist Bastian Uhlig (Gotha) erzählen in Wort und Klang den berührenden Klassiker „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Poetische Orgelmusik von Rheinberger, Krebs, Rüppe und anderen Komponisten begegnet dabei bewegender Weltliteratur für alle Generationen.