1965 war das Jahr, als am Alten Friedhof in Arnstadt der „Rufer“ enthüllt wurde, die Firma Reimer erstmals Dederon-Kleidung herstellte und das Manöver „Oktobersturm“ in der Gegend stattfand. In diesem Jahr trafen sich die drei Klassenkameraden Egbert Kämpf, Hans Bräutigam und Manfred Geyersbach bei den Kämpfs zuhause und machten ein bisschen Musik. Egbert konnte schon ein paar Akkorde auf der Gitarre spielen, Manfred versuchte sich als Schlagzeuger und Hans wollte auch Gitarre spielen, war aber ziemlich unbeleckt. Aber sie versuchten es eben.

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Über die gemeinsame Ausbildung in der Chema-Berufsschule lernte Hans den Schlagzeuger Volker Henne kennen, der dann für Manfred Geyersbach einstieg. Manfred übernahm dafür eine andere wichtige Funktion: Er betreute die Technik.

Eigener Techniker ist für Auftritte unentbehrlich

Das war damals mehr als an ein paar Knöpfen drehen: Der Lötkolben war immer heiß. Und manchmal musste der Techniker die ganze Zeit den Finger auf den Sicherungsknopf des Veranstaltungshauses halten. Sonst wäre sie herausgesprungen.

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Eine Zeit lang übten sie bei der Firma Lehnard, dann traf Hans Bräutigam 1968 Peter Gruber, den damaligen Leiter eines gerade gegründeten FDJ-Singeklubs am Jugendklubhaus. Er bot den Musikern einen Deal an: Wenn sie für den Singeklub als Begleitband zur Verfügung stünden, könnten sie im Saal des Jugendklubhauses proben und die Anlage mit nutzen. Und so kam es. Der Singeklub hieß „Junge Generation“, also nannte sich die Band „Young Generation“.

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1967 kamen Bernd Schleicher und ich dazu. Bernd spielte sehr gut Gitarre, also wechselte Egbert Kämpf an den Bass. Und ich hatte bei Lisbeth Filbrich-Weber ein wenig Klavier gelernt, für die Beat-Harmonien auf dem Klavier und der Ionika-Orgel reichte es. Schlagzeuger Volker Henne hörte 1967 auf, für ihn kam Jürgen Schönberger. Egbert Kämpf verließ die Band 1969. Dafür spielte nun der erst 15-jährige Klaus Maiwald Bass, ihn kannte Bernd Schleicher von den „Vulkans“. Außerdem übernahm mein Bruder Volker Pfeiffer die wichtige Aufgabe des Kapellen-Technikers.

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Mit Harald Stangel eröffnen sich neue musikalische Möglichkeiten

Im Frühsommer 1969 stieß Harald Stangel (ehemals „Tropics“) zur Band, dadurch ergaben sich zusätzliche musikalische Möglichkeiten, denn Harald konnte auch Saxofon und Querflöte spielen. Und es reifte der Gedanke, endlich als eigenständige Band aufzutreten und eine richtige Kapelleneinstufung zu machen. Weil wir nun sechs waren, traten wir zur Einstufung im August 1969 als „Eins plus fünf“ an. Kein sonderlich einfallsreicher Name, aber er erregte auch keinen Anstoß. Für ein Band-Werbefoto auf dem alten Opel vor dem Neutorturm wurden wir auch schon mal zu „The One plus Five“. Das klang zwar nicht viel besser, aber englisch.

Die gemeinsamen Muggen mit dem Singeklub wurden nun weniger, die Band ging ihren eigenen Weg. Die Anlage gehörte zum Teil dem Jugendklubhaus, aber mit der Zeit kam einiges Eigenes dazu. Von „Gotte“ Gottschalk von den Nautiks kauften wir etwa einen „Regent 30“-Verstärker, von Jürgen Kerth drei Grundig-Mikrofone, eine Echomaschine und eine Gesangsanlage. Ich durfte mit einem „Piano-King“ spielen, ein traumhaftes Teil, um Klaviere elektronisch zu verstärken. Aber ein Schrecken für jeden Veranstalter, musste man doch vor dem Auftritt einen Tonabnehmer am Resonanzboden des Klaviers oder Flügels festschrauben. Wir haben nie gefragt, sondern das Ding einfach angeschraubt, wenn keiner hinsah.

Tonabnehmer wird ungefragt ans Klavier geschraubt

Hans Bräutigam managte nicht nur die Auftritte, sondern beschaffte auch eine Lautsprecheranlage und schweißte in den heimischen Werkstätten auch unsere Mikrofonständer zusammen. Wenn es sein musste, kurz vor dem Auftritt.

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Auftritte gab es in ganz Thüringen – mit Schwerpunkt im Eichsfeld, im Raum Weimar, Saalfeld und um Suhl. Zu den Fans gehörte damals die junge Angelika Weiz, die kein Konzert in Heiligenstadt oder Dingelstädt versäumte. In Suhl wollte sogar der Schlagersänger Christian Schafrik ein Autogramm von der Band haben. In Arnstadt spielte „Eins plus fünf“ zwar auch ab und zu, war aber längst nicht so bekannt wie anderswo. „In Suhl oder Heiligenstadt waren wir wesentlich populärer als daheim, ich weiß nicht warum“, sagt Hans Bräutigam. Die anderen wissen es auch nicht.

Im Programm sind Titel der Beatles und der Stones

Natürlich haben wir die Beatles nachgespielt, „Lady Madonna“, „Money“, „Hey Jude“, später „Let it Be“. Wir hatten „Satisfaction“, „Child Of The Moon“ und „Honky Tonk Woman“ von den Stones im Programm, „Homburg“ und „Repend Walpurgis“ von Procol Harum, „Tin Soldier“ von den Small Faces, ein bisschen Monkees und Kinks, aber auch aktuelle Hits wie „In the Summertime“ von Mungo Jerry oder „Yellow River“ von Christie.

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Eben alles, was Spaß machte und wofür Bernd Schleicher die Harmonien aufschreiben konnte. Texte wurden ohnehin vernuschelt. Eine Eigenkomposition, die eigentlich keine war, wurde zum Hit im Programm: eine Improvisation auf die Akkorde a-Moll und e-Moll, die manchmal 20 Minuten dauern konnte, wenn die Band gut in Form war.

Mit dem Angebot einer Sommer-Mugge bekommt die Band neuen Namen

All das wollten wir durch die Umbenennung in „Alpha Centauri“ hinter uns lassen, denn wir hatten für den Sommer 1970 eine tolle Mugge an Land gezogen: Vier Wochen lang als Stammband in der Jugendherberge Glowe auf Rügen. Mit vier Auftritten pro Woche. Solche Engagements bekamen sonst nur die bekanntesten Bands der DDR, vor uns hatte gerade Modern Soul aus Berlin gespielt.

Es war zugleich Höhepunkt und Abschluss der Bandgeschichte. Wir genossen die Auftritte vor begeisterten Fans – wir waren die Stars von Glowe. Mit gerade 18 Jahren. Zusätzlich zu den Tanzabenden in der Jugendherberge gab es noch ein Konzert auf dem Zeltplatz direkt am Strand vor Hunderten von Zuschauern. Der Auftritt war ein voller Erfolg, obwohl mittendrin plötzlich der Strom weg war. Jürgen Schönberger überbrückte das mit einem sehr langen Schlagzeugsolo, bis wir die Ursache gefunden hatten: Ein Camper wollte sich rasieren und hatte aus Versehen unseren Anlagen-Stecker herausgezogen.

Den letzten Auftritt hatte „Alpha Centauri“ im August 1970 in der „Linde“ in Angelhausen. Dann ging die Band auseinander. Drei der vier Mitglieder gingen zum Studium und damit aus Arnstadt weg. Klaus Maiwald war der Einzige, der über viele Jahre der regionalen Musikszene treu geblieben ist.

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Dass man uns damals in Arnstadt nicht mochte, stimmt natürlich nicht ganz. Einige der treuesten Fans waren sogar an der Ostsee mit dabei. Und hatten nicht nur bei „a-Moll, e-Moll“ mit uns eine schöne Zeit.