Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren!“ Doch Schwalben charakterisiert mehr: „Sie sind ausgesprochene Zugvögel. Dieser Eigenschaft verdanken sie ihren Ruf als Frühlingsboten. Als Kulturfolger haben sie sich an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Trotzdem gehen die Schwalbenbestände seit Jahren zurück“, erzählt Petra Szigarski. Das Mitglied der Nabu-Ortsgruppe Ilm-Kreis zählt in diesem Zusammenhang intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung, Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden und Beseitigung von Nestern, Mangel an Nestbau-Material wie Lehmpfützen, fehlende Nistplätze und zu wenig Nahrung auf.

Ein Herz für Rauch- und Mehlschwalben

Auf dem Hof von Familie Risch im Ilmenauer Ortsteil Bücheloh sind Schwalben seit Jahren willkommen. Der Nabu Thüringen dankt der Familie Risch für den Schwalbenschutz und verleiht die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Die Plakette wird am Hauseingang angebracht – sichtbar für jedermann.

Familie Risch aus Bücheloh wartet jedes Jahr ungeduldig auf die Ankunft ihrer munteren Sommergäste. Spätestens im Mai kommen die Rauch- und Mehlschwalben aus dem warmen Süden und nehmen ihre Altnester im Hof in Beschlag. Bald folgt die erste Brut und das Füttern beginnt. „Bei uns finden die Schwalben alles, was sie zum Leben brauchen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, sie beobachten zu können“, berichtet das Ehepaar Risch.

Blende TA Tiere
Das Bild zeigt eine Rauchschwalbe, die ein Jungtier füttert.© Archiv | Sylvia Heinold

Übrigens: Familie Risch betreibt im Nebenerwerb einen Landwirtschaftsbetrieb. Sie bewirtschaftet ohne Traktoren, dafür mit drei Kaltblut-Pferden, vier Hektar Land: Gut zwei Hektar mit Gemüse und Getreide, der Rest ist Grünland zur Fütterung der drei Kaltblüter. Der Hof ist Bio-zertifiziert. Es gibt in Bücheloh für saisonales Gemüse einen Hofverkauf. Kürzlich gaben Frank Risch und Tochter Laura Risch zum Hoffest der Agrargesellschaft Griesheim einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag: Sie pflügten bodenschonend und bodenständig mit zwei Kaltblütern ein Feld.

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Übrigens: Um diese Auszeichnung kann sich jeder bewerben, der Schwalben an seinem Haus willkommen heißt. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite: www.nabu.de/schwalben. Laut Nabu erhielten neben Familie Risch bis jetzt in diesem Jahr noch fünf weitere Naturschützer im Ilm-Kreis die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Die Nabu-Aktion „Schwalben willkommen“ startete 2011. Seither wurden im Ilm-Kreis 86 Plaketten „Schwalbenfreundliches Haus“ verliehen, informiert die Nabu-Ortsgruppe Ilm-Kreis.

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