Jette schnappt sich Pfeil und Bogen, visiert die zehn Blechbüchsen an und lässt den Pfeil auf dem Vorplatz der Burgruine Liebenstein durch die Luft surren. Nach drei Schüssen sind sieben der zehn Büchsen umgepurzelt. Ein sehr gutes Ergebnis. „Das Zielen war ganz schön anstrengend“, erzählt die Viertklässlerin aus der Gräfenrodaer Grundschule und ergänzt: „Das Bogenschießen hat viel Spaß gemacht.“
Bogenschießen auf der Burgruine: Melissa trifft am besten
Harald Nolte hat nicht nur das Bogenschießen auf der Burgruine Liebenstein ermöglicht, sondern auch über den kleinen Wettkampf gewacht. „Da waren schon einige Talente dabei“, sagt der Mann aus Plaue. Gewonnen hat das Zielschießen übrigens Melissa mit acht Treffern.

Siegreich waren aber irgendwie alle 28 Kinder aus der Gräfenrodaer Grundschule, die am Freitag, 17. April, den letzten Tag der Ferienfreizeit auf der Burgruine verbringen. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr hat der Burgverein wieder eingeladen und mit einigen der Mitglieder sowie Helfern eine Zeitreise ins Mittelalter ermöglicht.
Blick voraus zu Himmelfahrt auf der Burgrunie
Die 28 Kinder wandern mit drei Erziehern und einem Praktikanten über anderthalb Stunden von der Grundschule zur Burg und genießen Bogenschießen vor der Burg, Basteln im Kreuzgewölbe oder Schwertkampf in der Burg. Weil es auch anstrengend ist, Ritter oder Burgfräulein zu sein, gibt es Stärkung durch Nudeln mit Tomatensoße – gekocht über der Feuerschale. Bei der Vorbereitung des Essens haben die Schülerinnen Lucy, Chiara und Lea am Abend zuvor mitgeholfen.

„Der Tag auf der Burg Liebenstein hat uns schon letztes Jahr sehr gut gefallen, sodass wir uns in diesem Jahr über die erneute Einladung vom Burgverein gefreut haben“, berichtet Erzieher Jonas Reimann und ergänzt: „Der Burgverein ist ein toller Verein. Er lässt die Burg aufleben. Das ist für die Kinder immer ein Erlebnis.“
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Burgvereins-Vorsitzenden Jörg Becker erfreuen die Worte. Die Besuche in der Ferienfreizeit sollen laut Becker eine Tradition werden. Die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Burgverein wächst. Im vergangenen Jahr besuchte der Burgverein die Schule schon zum Tag der offenen Tür. In diesem Jahr wird das am 30. Mai auch wieder der Fall sein. Wenn im nächsten Jahr der Burgverein sein 30-jähriges Bestehen feiert, wollen die Grundschüler einen Programmpunkt übernehmen.

Aktuell hat der Burgverein 23 Mitglieder aus Liebenstein und darüber hinaus. Den Verein unterstützen zudem fünf bis sieben Helfer, berichtet Jörg Becker. Der Verein sorgt für allerhand Leben auf der frei zugänglichen Burgruine hoch über dem kleinen Ort Liebenstein. Der Verein kümmert sich aber auch um kleinere Baumaßnahmen.
In diesem Jahr soll zum Beispiel ein Toilettenhäuschen gebaut werden und den Toiletten-Anhänger ersetzen. Der Eigentümer der Burg, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, hat das Okay gegeben. Nun wartet der Verein auf das Signal aus der Thüringer Staatskanzlei zum Fördermittelantrag. Ist es positiv, wollen die Mitglieder des Burgvereins viel in Eigenleistung schaffen.
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Beim Burgverein geht der Blick schon auf Himmelfahrt, wenn es traditionell mittelalterliches Treiben auf der Burgruine gibt. So auch am 14. Mai ab 9 Uhr. Livemusik mit School of Rock oder den Liebensteiner Musikanten, Bogenschießen, Speis und Trank oder Gottesdienst (um 10 Uhr) sind dann einige Höhepunkte.







