Karl-Heinz Wagner aus Niederwillingen reagiert auf den Artikel „Stadtilms Bürgermeister widerspricht Kritik aus den Ortsteilen“ vom 16. April: Man ist gerührt, liest man im Bericht die Darstellungen des Bürgermeisters. Ein umsichtiger und rühriger Bürgermeister auf der einen Seite und auf der anderen Seite die undankbaren, uneinsichtigen Bürger der neuen Ortsteile, insbesondere des Ortsteiles Willingen.

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Ich selbst war ein Befürworter der Gemeindefusion, weil ich es sinnvoll hielt, die kreisförmig um Stadtilm liegen­den Gemeinden mit dem Zentrum Stadtilm zu vereinigen. Leider haben sich die Dinge nicht so entwickelt, wie man es erhofft hat. Spätestens seit der Ortsteilratssitzung des Ge­meindeteiles Willingen am 16. April in Niederwillingen ist mir klar geworden, dass die Arbeitsweise des Bürgermeisters Lars Petermann daran einen wesentlichen Anteil hat. Bei der Ortsteilratssitzung ging es in einem wichtigen Tagesordnungspunkt um den Verkauf des Ärztehauses Niederwillingen und die Verlagerung der Arztpraxis nach Stadtilm. Inter­essant war, dass dieser Tagesordnungspunkt erst am Tag zuvor über „Buschfunk“, vor al­lem WhatsApp-Kontakte, den Bürgern bekannt wurde. Das Interesse der Bürger an der Sitzung war sehr groß. Der Saal war brechend voll, es mussten noch Stühle herangeholt werden.

Niederwillinger sprechen von Unwahrheiten

Der TA-Artikel mit der Darstellung des Bürgermeisters war übrigens auch Bestandteil der Diskussion. Der ehemalige Ortsteilbürgermeister, Herr Zillmer, forderte Herrn Petermann zu einer Klarstellung auf, da der Artikel Unwahrheiten enthält, wie beispielsweise der Um­bau des Saales Niederwillingen. Die erforderlichen Eigenmittel in Höhe von 181.000 Euro wurden nicht durch die Stadt, sondern durch die Waldholzgenossenschaft finanziert. Auch den Neubau einer Straße am Spielplatz in Behringen hat es nicht gegeben.

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Zum Verkauf des Ärztehauses wurde bekannt, dass der Ortsteilbürgermeister Willingen von dem Verkauf erst am 16. März erfahren hat. Die Angele­genheit sollte bis zum endgültigen Abschluss geheim gehalten werden. Ein dem Ortsteilrat angehörendes Stadtratsmitglied, gab eine ehrliche Einschätzung und betonte, dass sie bei der Beschlussfassung im Stadtrat unter Zeitdruck gesetzt wurden. Eine Ausschreibung für die zum Verkauf vorgesehenen Gebäude hat es nicht gegeben. Entgegen den Äußerun­gen des Bürgermeisters gab es im Vorfeld auch kein Verkaufsangebot an die Mieter der Ge­meinschaftspraxis. Dies wurde in der Diskussion durch beide Ärztinnen nochmals klarge­stellt.

Wie schon zuvor beim Verkauf des Gemeindesaales Behringen, der für den Behrin­genverein ein wichtiges Standbein war, wurden die Interessen der Nutzer nicht berücksich­tigt. Es galt das Prinzip: Nur nichts nach außen dringen lassen, bevor nicht der Verkauf ab­geschlossen ist. Die Erklärungen des Bürgermeisters und seines Stadtkämmerers wäh­rend der Diskussion klangen wenig überzeugend. Das zerrüttete Verhältnis zwischen dem Bürgermeister Petermann und dem Ortsteilbürgermeister Schulze wurde deutlich, als Herr Schulze seinen Rücktritt anbot. Aus meiner Sicht wäre es Aufgabe der Kommunalaufsichtsbehörde, Klarheit und Ruhe zu schaffen, um ein konstruktives Miteinander aller wie­der zu ermöglichen.