Am 12. Juni wäre Anne Frank 97 Jahre alt geworden. Ihr Tagebuch gab dem Leid und der Verfolgung der jüdischen Menschen im Nationalsozialismus einen Namen und ein Gesicht. Um einen Anreiz zu setzen, dass sich die heutige Schülergeneration damit beschäftigt, hat der Ilm-Kreis jetzt einen Wettbewerb ins Leben gerufen – unter dem Motto „Geschichte erzählen“.

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„Gerade in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Antisemitismus wieder spürbar zunehmen, ist es wichtig, jungen Menschen Räume für Auseinandersetzung und eigenes Erzählen zu geben. Der Wettbewerb soll dazu ermutigen, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern sie zu begreifen und in die eigene Lebenswelt zu übersetzen“, erklärt Landrätin Petra Enders.
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Politische Bildung gehört in jeden Lehrplan
Politische Bildung gehöre für sie in jeden Lehrplan, „dass sich Geschichte nicht wiederholt, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Investitionen in die historische Bildung und in demokratische Werte sind Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft“. Schülerinnen und Schüler seien herzlich eingeladen, sich aktiv und kreativ mit dem Leben Anne Franks sowie mit den Themen Nationalsozialismus, Antisemitismus und Ausgrenzung auseinanderzusetzen.
Der Kreativität seien dabei keine Grenzen gesetzt. Möglich seien unter anderem: Tagebuchtexte aus unterschiedlichen Perspektiven, Videotagebücher, künstlerische Visualisierungen von Zitaten aus Anne Franks Tagebuch, Podcasts und kurze Theatersequenzen, aber auch andere kreative Formate.
Jugendliche sollen ihren eigenen Zugang zur Geschichte finden
„Uns ist wichtig, dass die Jugendlichen ihre eigenen Zugänge finden“, so die Landrätin weiter. „Ob geschrieben, gefilmt, gesprochen oder inszeniert – jede Form des Ausdrucks kann helfen, Empathie zu entwickeln und andere für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.“
Die besten Projekte sollen im Rahmen einer Abschlussveranstaltung ausgezeichnet werden. Vorgesehen sind Preisgelder in Höhe von 300 Euro für den ersten Platz, 200 Euro für den zweiten Platz und 100 Euro für den dritten Platz. Finanziell unterstützt wird das Vorhaben durch die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau. Nicht nur Schulklassen können mitmachen. Auch Jugendklubs seien explizit aufgerufen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Mehr Themen aus dem Ilm-Kreis
Anlässlich des 97. Geburtstages von Anne Frank am 12. Juni plant der Ilm-Kreis auch im Landratsamt eine Plakatausstellung in Kooperation mit dem Anne-Frank-Zentrum: Dort könnten ebenfalls Anregungen geholt werden. Die kleine Ausstellung, welche die Biografie von Anne Frank vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und Holocaust mit Texten und Bildern thematisiert, bilde den inhaltlichen Rahmen für das Projekt und solle junge Menschen für historische Zusammenhänge sensibilisieren. Der Wettbewerb eröffne darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Perspektiven zu entwickeln und diese mit modernen Ausdrucksformen sichtbar zu machen.
Ende Juni soll das Projekt im Rahmen einer Pressekonferenz der Landrätin vorgestellt werden. Interessierte von Schulen oder Jugendeinrichtungen werden gebeten, sich bis zum 15. Mai per E-Mail bei m.lanua@ilm-kreis.de anzumelden. Rückfragen können gern telefonisch gestellt werden unter 03628/73 81 09.








