Es gibt Bands, die spielen ein Konzert – und es gibt The Great Crusades, die eine Bühne besetzen und das Publikum in einen emotionalen Ausnahmezustand versetzen. Am Dienstagabend machte das Quartett aus Chicago auf seiner aktuellen Hang On Tour 2026 Halt in Arnstadt. Es war ein geschichtsträchtiger und hochemotionaler Abend: Die Band stand zum allerletzten Mal auf der Bühne der restlos ausverkauften Kult-Kneipe Kulisse.

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In der extrem dichten, aufgeheizten Atmosphäre des bis auf den letzten Platz gefüllten historischen Innenhofes lieferte das Quartett ein schweißtreibendes, hochexplosives Abschiedsset ab, das den Rock- und Blues-Liebhabern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Mit Americana-Klängen stimmen Barfly Friends auf den Abend ein
Den Abend läutete ein ganz besonderes Vorprogramm ein: Als Opener standen Brian Krumm & His Barfly Friends auf der Bühne. In reduzierter, fast greifbar intimer Besetzung stimmte der Frontmann gemeinsam mit musikalischen Weggefährten das Publikum perfekt auf den Abend ein. Mit akustisch geprägten, staubigen Americana- und Blues-Stücken schufen die „Barfly Friends“ die Atmosphäre einer verrauchten Chicagoer Nachtbar und zogen die Zuhörer mit erzählerischer Tiefe sofort in ihren Bann.
Eleganter Anzug trifft auf rauen Rocksound der Great Crusades
Optisch wie immer im eleganten Anzug und im Kontrast zum rohen Sound, übernahm kurz darauf die komplette Formation der Great Crusades das Zepter. Brian Krumm zog das Publikum ab dem ersten Takt erneut in seinen Bann – mit seiner unverwechselbaren, tief rauchigen Reibeisenstimme – oft verglichen mit Tom Waits und Nick Cave. Krumm singt diese Songs nicht nur, er lebt und durchleidet die düsteren, bildgewaltigen Geschichten über Außenseiter, Liebe und das harte Leben.
An den Instrumenten zeigte sich die Band als perfekt aufeinander eingespielte Einheit: Brian Leach an der schneidenden Leadgitarre, Brian Hunt mit seinem pumpenden Bass und Christian Moder, wie immer am Schlagzeug stehend, trieben den Sound unerbittlich nach vorn. Besonders die intime Nähe in der Kulisse spielte der Band in die Karten: Die extremen Wechsel zwischen fast geflüsterten, melancholischen Momenten und eruptiven, lautstarken Rock-Ausbrüchen entwickelten eine spürbare Wucht. Bei den Zugaben gab es dann vor der Bühne kein Halten mehr.
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The Great Crusades haben wieder einmal bewiesen, warum sie seit fast drei Jahrzehnten als einer der ehrlichsten und intensivsten Live-Acts des Independent-Rock gelten. Das ist handgemachte, raue Maßarbeit auf Weltniveau. Ein zutiefst würdiger Abschied für die Kulisse als Veranstaltungsort.
Brian Krumm: „We‘ll miss the indescribable atmosphere of the venue, but we‘re looking forward to seeing you again at another club in Arnstadt!“ Wir werden die unbeschreibliche Atmosphäre der Kulisse vermissen, aber wir sind optimistisch, Euch in einem anderen Club in Arnstadt wiederzusehen.







