Interessiert äugt Pius über die Stallwand im Tierpark in der Fasanerie in Arnstadt. Anstrengen muss sich der Rüde nicht. Die Deutsche Dogge ist mehr als hüfthoch, bringt rund 70 Kilogramm auf die Waage.

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Eine imposante Erscheinung. Zumal Pius nicht alleine im Tierpark unterwegs ist. Die Jenaer Ortsgruppe des Deutschen Doggenclubs nutzt den Sonntagmorgen zu einem gemeinsamen Trainingsausflug. 15 Leute und zehn Doggen sind unterwegs. Nur Bailey sticht als Exot heraus: Er ist eine Französische Bulldogge und sieht neben den Deutschen Doggen aus wie ein Zwerg.

Deutscher Doggen-Club
Gib Küsschen, Ziege: Vor allem Pius näherte sich den Gehegen so sanftmütig, dass die Zootiere ihre Scheu verloren und nah an den Zaun kamen.© Funke Medien Thüringen | Britt Mandler

Doch lautes Bellen oder bedrohliche Situationen sind Fehlanzeige. „Man nennt Doggen nicht umsonst sanfte Riesen“, erklärt Cornelia Pfaff aus Marlishausen. In Arnstadt und Erfurt ist sie keine Unbekannte. Über Jahrzehnte betrieb sie in beiden Städten beliebte Modegeschäfte. Erst vor wenigen Monaten trat sie in den Unruhestand. Um mehr Zeit für ihren Mann und ihre Hunde zu haben.

Deutsche Doggen gelten als besonders sanfte Hunde

„Das sind schon ganz besondere Tiere. Menschenbezogen. Verschmust. Und hochsensibel“, weiß sie. Alf, eine inzwischen verstorbene Dogge, spürte sogar, dass ihr Mann an Krebs erkrankt war, noch ehe er eine ärztliche Diagnose erhalten hatte.

Die dramatische Tierrettung im Ilm-Kreis in Bildern

Pferderettung in Rudisleben
Beim Saufen versank am Freitagabend ein Pferd an einem Kiesteich in Rudisleben im Schlamm. Mithilfe der Feuerwehr wurde das Tier aus seiner ausweglosen Situation gerettet.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Da sie das Tier selbst nicht befreien konnte, rief die Halterin die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte sicherten zunächst den morastigen Boden, um nicht selber einzusinken.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Dann versuchten sie, mit Schaufel und Spaten dem Tier mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Immer wieder sagen sie dabei nach dem gestressten, erschöpften Tier.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Beruhigend redeten sie auf das Pferd ein.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Victory war komplett mit Schlamm bedeckt.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Schließlich konnte genug Körper freigeschaufelt werden, um Schlaufen um das Tier zu legen.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Per Kran wurde das Pferd behutsam aus dem Schlamm gezogen.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Das erschöpfte Tier.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Schließlich lag Victory auf der Seite.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Das Aufrichten gelang dem Pferd dadurch noch nicht..© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Also gab es noch einen kurzen Gratis-Flug mit dem Kran.© Christopher Koch | Christopher Koch
Pferderettung in Rudisleben
Auf seinen eigenen vier Hufen konnte das Pferd schließlich den Rückweg zum Stall antreten. Dort gab es erstmal eine Dusche.© Christopher Koch | Christopher Koch

Allerdings: „Erziehung muss bei einer Deutschen Dogge sein“, sagt Cornelia Pfaff. Denn wenn 70 Kilogramm in die Leine springen, hält sich der Mensch nicht auf den Beinen. Auch, wenn sie seit Jahrzehnten Hundeerfahrung hat, geht sie mit ihren Vierbeinern regelmäßig trainieren. „Und dabei lerne ich immer noch Neues.“

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Die anderen Mitglieder des Doggen-Clubs nicken. Auch ihnen ist es wichtig, ihre Hunde jederzeit im Griff zu haben, sie auch in die Öffentlichkeit mitnehmen zu können, ohne Angst zu haben, dass der Ausflug in Stress ausartet.

Deutscher Doggen-Club
Alle 14 Tage treffen sich die Mitglieder des Deutschen Doggen-Clubs Jena in einem anderen Thüringer Ort.© Funke Medien Thüringen | Britt Mandler

Jenaer Ortsverein hat Mitglieder aus ganz Thüringen

Allzu viele Deutsche Doggen gibt es in Thüringen allerdings nicht. Daher sind in der Jenaer Ortsgruppe auch viele Hundehalterinnen und Hundehalter aus anderen Landesteilen organisiert.

Alle 14 Tage treffen sie sich – immer an einem anderen Ort in Thüringen. Die dort lebenden Mitglieder kümmern sich um das jeweilige Sonntagsprogramm.

„Da wir den Tierparkchef Maik Wedemann privat kennen, haben wir angefragt, ob wir mit mehreren Hunden in die Fasanerie kommen können“, erklärt Cornelia Pfaff. Für das Tierpark-Team kein Problem. Zwei- und Vierbeiner sind dort gleichermaßen willkommen.

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Besuch der Deutschen Doggen war nicht zu übersehen

Für die Besucherinnen und Besucher war das Erscheinen der Riesen natürlich ein Spektakel. Zumal sie nur optisch auffielen. Die Doggen bellten nicht, bewegten sich ruhig und bedächtig. Was wiederum auch bei den Tierparkbewohnern Eindruck machte: Neugierig näherten sich Alpakas, Ziegen und Rehe den Absperrungen, schnupperten sogar ganz sanft an feuchten Hundeschnauzen.

Deutscher Doggen-Club
Auch die Meerschweinchen findet Pius spannend.© Funke Medien Thüringen | Britt Mandler

Auch, als Pius seinen riesigen Kopf über die Absperrung zum Meerschweinchengehege schob, brach keine Panik aus. Die kleinen Tiere wuselten unbeeindruckt umher. Und Pius beobachtete sie, als genösse er sein Sonntags-Fernsehprogramm.

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Nach dem Tierparkbesuch zog es die Vereinsmitglieder nach Holzhausen ins Western-Restaurant Lasso. „Auch dort sind wir mit Hunden immer willkommen“, weiß Cornelia Pfaff. Selbstverständlich ist das in Thüringen nicht, verraten die Hundehalter. Noch dazu, wenn man mit Hunden vor der Tür steht, die deutlich größer sind als Dackel und Co.