Die wegen Hitzealarm verschobene Jubiläumsfeier der Arnstädter Bibliothek fand nun wenige Tage später bei strahlendem Sonnenschein am Donnerstagnachmittag als Sommerfest im Prinzenhof statt. Beehrt wurde das Fest zu Beginn von einem Geist, der hier einst das Spuken auf die Spitze trieb. Die erste Bibliothek gab es vor 150 Jahren in Arnstadt allerdings im Rathaus, damals mit 307 Büchern, sagte Bibliotheksleiterin Yvonne Trapp. Heute hat die Stadt- und Kreisbibliothek Arnstadt 32.000 Bücher im Bestand im Haus, hinzu kommen 110.000, die man sich per Online-Leihe zum Schmökern auf die Couch holen kann.

Sommerfest
Beim Theaterspiel trat auch ein Gespenst auf. © Funke Medien Thüringen | André Heß

Das Gespenst, Autorin Evelyn Günther schreibt auch Kinderbücher über Gespenster, schwärmte vom „stillen Gemach“, das es entdeckt hatte, „ein Schüsselchen mit privatem Wasserfall“. Im Leben war es Zofe der Gräfin gewesen, erzählte es der Bibliothekschefin und dem Publikum. Der Prinzenhof diente früher als Schule mit Turnhalle, Säuglingsstation, Kita und Schulküche, bevor hier 1994 die Stadt- und Kreisbibliothek in drei Etagen einzog.

Brandschutzgutachen für Lift fehlt noch

Heute sind es noch zwei Etagen, aber der eingebaute Aufzug fährt immer noch nicht. Dazu erklärte die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung: „Der Plattformlift ist grundsätzlich betriebsbereit. Zu beachten ist aber, dass mit dem Einbau des Liftes in eine bestehende historische Bausubstanz und damit auch in ein bestehendes Brandschutzkonzept eingegriffen wurde. Das bedeutet, dass neue Brandschutzprüfungen und damit einhergehend auch immer wieder neue bauliche Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Final muss noch ein Brandschutzgutachter das Brandschutzkonzept freigeben. Wir gehen davon aus, dass wir uns hierbei auf der Zielgeraden befinden.“

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Lach-Yoga mit Bewegung im Prinzenhof

Zum Lachen geht man hier nicht in den Keller, sondern „um die Bühne herum und drei Treppen hoch“, so lautete die nächste Programmanweisung beim Sommerfest. Dort nahm Kerstin Stolte ein Dutzend Lachbegierige unter ihre Fittiche zum Lach-Yoga. Das befasst sich mit Atmung, mehr Patschen als Klatschen, Bewegung und aktiviert 200 Muskeln. Es durfte laut und leise gelacht werden und keiner wurde ausgelacht.

Dem Lachen als Selbstversuch folgte das Schauspiel. Die Erzieherklasse des 2. Lehrjahres des GAW Ilmenau befindet sich mit ihrem Theaterstück ums Fürchtenlernen gerade auf Tournee in Jugendeinrichtungen und Altenheimen und machte auch im Prinzenhof Station. Dem Vater gruselte es, dass sein Sohn das Gruseln lernen wollte. Auch hier kam ein Gespenst vor und wurde vom Hausmeister der Schule in den Schrank verbannt.

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Ein weiterer Höhepunkt sollte das öffentliche Lesen werden, dem sich sieben Geschichtenschreiber mit ihren Werken stellten. Für ihren Mut und ihr Können bekamen sie einen Jahresgutschein für die Bibliothek, das galt auch für alle anderen Programmmacher als Dankeschön.