Es ist ein Novum für die Stadt Arnstadt: das Bürgerbudget. Dass die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, eigene Ideen und Projekte direkt bei der Stadt einzureichen, so gut angenommen worden ist, überrascht und freut Bürgermeister Frank Spilling (parteilos). Aus knapp 50 Einsendungen hat die Verwaltung eine Shortlist mit zwölf Ideen zusammengestellt, die nun einer Jury zur Abstimmung vorliegen.

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Die Jury besteht aus jeweils einem Vertreter der sechs Stadtratsfraktionen, der AG Barrierefreie Stadt und Stadtgrün sowie des Kinder- und Jugendbeirats und dem Bürgermeister. Frank Spilling erklärt zunächst noch einmal die Vorgehensweise: Aus 49 Einsendungen stehen nun zwölf Vorschläge zur Abstimmung. Jedes Jurymitglied hat drei Stimmen und kann jede davon für ein Projekt abgeben. Sollten zwei Vorschläge die gleiche Stimmenzahl erhalten, entscheidet die Verwaltung per Los.

Umfangreiche Kriterien für die Projekte

Den zwölf Vorschlägen ist zunächst ein Kriterienkatalog zugrunde gelegt worden. Darin heißt es unter anderem, dass das Projekt im Stadtgebiet oder in den Ortsteilen umzusetzen ist, dass die Stadt dafür zuständig und die Idee von allgemeinem Interesse sein muss, dass das Projekt noch in diesem Jahr umgesetzt werden kann und dass die Projektkosten 5.000 Euro nicht überschreiten dürfen.

Folgende Projekte stehen der Jury zur Abstimmung: neue Sitzgelegenheiten im Schlossgarten und am Sportplatz, eine farbige Beleuchtung des Neideckturms, Nachtrodeln im Stadtpark, eine Wellnessbank sowie eine Wald- und Wanderhütte auf der Eremitage, die Neugestaltung eines Versorgungswagens in Rudisleben, Ausstattungen für den Bausteinclub der Kita Käferland und die Thüringer Brickbörse, das Kurzfilmfestival „Silent Cinema“, Spielzeugkisten für Marlishausen und Hausen, ein öffentlicher Bücherschrank sowie wellenförmige Liegebänke.

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Vor der Abstimmung äußert sich unter anderem Sebastian Köhler (CDU). Er merkt an, dass die Errichtung von Bänken im Schlossgarten mit 14.000 Euro bereits im Haushalt 2026 verankert sei. Seine Fraktion habe im Januar im Stadtrat einen entsprechenden Antrag eingebracht. Damit entfallen die Vorschläge zu den Sitzgelegenheiten und Liegebänken bei der Abstimmung.

Obwohl die Jurymitglieder sehr unterschiedliche Favoriten haben, sind sie sich einig, dass die umzusetzenden Projekte der Stadt langfristig von Nutzen sein sollen. Die anschließende Wahl bringt einen deutlichen Sieger hervor: eine farbige Beleuchtung des Neideckturms (eingereicht von Uwe Heinemann). Platz zwei belegt der Vorschlag für eine Wellnessbank sowie eine Wald- und Wanderhütte auf der Eremitage (eingreicht von Iris Bräutigam). Platz drei geht an die Neugestaltung eines Versorgungswagens in Rudisleben (eingreicht von Fabian Nickel).

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Weitere Abstimmung statt Losverfahren

Dass der Drittplatzierte per Losentscheid ermittelt wird, kritisiert die Jury. Sie hätte sich lieber eine weitere Abstimmung gewünscht. Doch der Stadtchef erklärt, dass die Rahmenbedingungen im Vorfeld so festgelegt worden seien und deshalb nun das Los entscheide.

Frank Spilling freut sich über das Ergebnis, ist der Neideckturm doch das Wahrzeichen der Stadt. Die anderen Ideen der Bürgerinnen und Bürger werden seitens der Verwaltung geprüft. Der Stadtchef ist sich sicher, dass die Stadt im nächsten Jahr noch mehr Einsendungen erreichen werden. „Da geben wir dann auch mehr Zeit.“