An verschiedenen Orten im Ilm-Kreis sammelten am Samstag, 26. September, Freiwillige Müll. So zum Beispiel in Arnstadt rund um die Setze, in Gräfenroda oder in Ilmenau. Von letzter Aktion berichtet Kreistagsabgeordneter Jens Wolling (Bündnis 90/Grüne) und übermittelt Stimmen von Teilnehmern: An mehr als einem Dutzend Stellen von Ilmenau haben größere und kleinere Gruppen mit insgesamt mehr als 30 Personen die Umwelt gereinigt.

Weniger Müll – Sammelaktionen wirken in Ilmenau

Insgesamt haben dieses Mal weniger Menschen teilgenommen als bei den letzten Aktionen. Vielleicht liegt es daran, dass an anderen Orten in Deutschland großflächig mit Bannern und Plakaten auf das Müllsammeln aufmerksam gemacht wird. Wolling führte als Beispiel die Stadt Frankfurt/Main an, wo im Frühjahr für eine zweitägige Müllsammelaktion an jeder Haltestelle großflächige Plakate zu sehen waren.

Diejenigen, die beim Müllsammeln in Ilmenau dabei waren, waren laut Wolling engagiert bei der Sache. „Es war deutlich weniger Müll zu finden, als in den vergangenen Jahren. Ein Zeichen dafür, dass diesbezüglich mit der Umwelt achtsamer umgegangen wird“, schildert auch Bernd Halbedel von der Neuapostolischen Kirchengemeinde Ilmenau. Eine Gruppe des Frauen- und Familienzentrums Ilmenau meldet ebenfalls weniger Müll im Vergleich zu den Vorjahren.

Müll
Nach wie vor eine Problemzone in Ilmenau: Ein verwahrlostes Grundstück am Ilm-Ufer in der Nähe der Langewiesener Straße wird für illegale Müllentsorgung verwendet.© Netzwerk Nachhaltiges Ilmenau | Jens Wolling

Auch auf dem Campus der Technischen Universität Ilmenau wurde weniger Müll entdeckt, aber am Ende war es doch wieder ein großer Haufen, den die aktiven Studierenden und Mitarbeiterinnen zusammengetragen haben.

Das Gesamtbild ist nicht nur an der Uni gemischt. So schreibt Petra Kühn, die mit einer kleinen Gruppe in Oberpörlitz startete: „Unterhalb der Antennenanlage fand sich viel Müll, sogar ein Reifen lag im Gestrüpp. Wir hatten innerhalb von anderthalb Stunden schnell mehrere Säcke gefüllt.“ Auch an der Pörlitzer Höhe wurden sie auf einem Abrissgelände fündig: „Immer noch herumliegende Baureste verführen wohl zum Abladen von Müll. An einer Stelle machte man sich die Mühe, den Plastiksack sogar unter Schotter zu verbuddeln.“

Problemecken weiterhin vorhanden

„Mein Eindruck ist, dass viele der größeren Altlasten wie zum Beispiel Schrott, Autoreifen, Möbel oder Fensterrahmen, die teilweise schon Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte in der Natur lagen, durch unsere Aktionen langsam verschwunden sind. Es kommt zwar immer noch mal Neues hinzu, aber das ist deutlich weniger geworden“, erklärt Jens Wolling.

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Dennoch: Gerade in innenstadtnahen Gebieten, wo viele Menschen sich aufhalten, musste viel Müll eingesammelt werden: zum Beispiel leere Chipstüten, Trinkpacks und Flaschen, Elektrogeräte, Fahrradfelgen, einen Grill und sogar eine Patronenhülse. Ein Problem stellen nach Ansicht von Jens Wolling Zigarettenkippen dar: Ein Freiwilliger zählte im etwa 200 Meter langen Abschnitt zwischen Ehrenbergstraße und Bahnübergang die aufgelesenen Kippen: 267 Stück.

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Eine Problemecke ist zudem ein verwahrlostes Grundstück am Ilm-Ufer in der Nähe der Langewiesener Straße, auf dem immer wieder Müll widerrechtlich abgelagert wird. Für die nächsten Müllsammelaktionen wünscht sich das organisierende Netzwerk Nachhaltiges (NeNa) Ilmenau die Beteiligung von Schulen. NeNa setzt sich für Mülltrennung, Kreislaufwirtschaft und vor allem Müllvermeidung ein und veranstaltet seit vielen Jahren im Frühjahr und im Herbst Müllsammelaktionen in Ilmenau.

red