Erstmals seit 1917 erklingen in Bittstädt wieder zwei Kirchenglocken

Ralf Roth und Torsten Grimm aus Bittstädt schreiben über die Reparatur der defekten Kirchenglocke: Mancher Spaziergänger wird sich am Morgen des 19. Oktober gewundert haben, weshalb plötzlich Geläut vom Turm der St. Ägidienkirche in Bittstädt ertönt. Und dann auch noch im Wechselschlag zweier Glocken. Denn die Zeit, in der vom Bittstädter Kirchturm mehr als eine Glocke erklang, hat kein Dorfbewohner mehr erlebt – zum letzten Mal konnte man diesen Klängen am 4. Mai 1917 lauschen. Danach wurden die beiden großen Glocken zerschlagen und als Kriegsanleihe abgeliefert. So verrichtete 109 Jahre lang nur noch die kleinste der ursprünglich drei Glocken ihren Dienst. Als dann auch noch die Stundenglocke in der Turmspitze gerissen war und abgenommen werden musste, übernahm diese kleine Glocke zusätzlich den Stundenschlag. Und so wäre es ganz sicher noch viele Jahrzehnte geblieben.

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Doch eine spontane Idee der Bittstädter Liedertafel sollte diesen Zustand beenden und letztlich zu einer Erfolgsgeschichte werden. Anfang 2025 hatte die ehemalige Stundenglocke das Interesse der Chorsängerinnen und -sänger geweckt. Die stark gerissene Glocke stand bis dahin fast vergessen in einer Kirchenecke und es wirkte schon fast visionär, daran zu glauben, dass sie wieder einmal vom Turm aus erklingen könnte. Aber Visionen sind mitunter wichtiger als rationales Denken.

Kirchenglocken
Dank der Unterstützung des Amtes Wachsenburg und der K+B Kies und Beton GmbH konnten der Wiedereinbau und das Stellen eines Krans finanziert werden.© Kirchengemeinde Bittstädt | Torsten grimm

So wurden Experten befragt, Anträge gestellt, Genehmigungen und Angebote eingeholt und nach weiteren Unterstützern gesucht. Gerade der letzte Punkt dieser Aufzählung schien der Schwerste zu sein, denn die benötigten Mittel lagen deutlich über den ursprünglichen Vorstellungen der Organisatoren. Schließlich hatte zu Beginn noch keiner damit gerechnet, dass diese verrückte Idee so viele begeisterte Helfer finden würde.

Dank der großen Spendenbereitschaft im Dorf und weit darüber hinaus, einer großzügigen Förderung der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau und eines nicht unerheblichen Eigenanteils der Kirchgemeinde, kam das Geld für die Reparatur und Restaurierung der Glocke erstaunlich schnell zusammen. So konnte die Bittstädter Glocke im vergangenen Jahr eine Reise nach Holland in die königliche Glockengießerei antreten, in welcher sie fachgerecht wiederhergestellt wurde. Nach ihrer Rückkehr allerdings, stand sie erneut etwas verlassen in ihrer Kirchenecke.

Kirchenglocken
Über viele Jahre stand die Kirchenglocke defekt in einer Ecke. Nun ist sie repariert und wieder im Turm montiert.© Kirchengemeinde Bittstädt | Torsten grimm

Dass die restaurierte Glocke nun seit Mitte Oktober 2026 endlich wieder im Turm hängt, ist einer weiteren großzügigen Förderung sowie der Gestellung eines Autokrans zu verdanken. Anfang dieses Jahres bewilligte der Gemeinderat des Amts Wachsenburg die für den Einbau und die Installation der neuen Läuteanlage notwendigen Mittel und die K+B Kies und Beton GmbH finanzierte den Kran. Und so schwebte die Glocke am 15. Oktober dann endlich zum Turm und verschwand, unter fachgerechter Begleitung durch Roberto Ruft, in der nördlichen Schallluke. Für alle Organisatoren und Unterstützer ein ganz besonderes Erlebnis.

Ein weiteres Highlight folgt am 4. Advent. An diesem Tag lädt die Bittstädter Liedertafel traditionell zu ihrem stimmungsvollen Weihnachtskonzert ein. Und die neu eingebaute Glocke? Die wird nach dem Konzert nicht nur erklingen, sondern auch von unserem Gemeindepfarrer Mathias Hock ihre feierliche Weihe erhalten und damit ganz offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Diesen besonderen Augenblick sollen alle Besucher live auf einer großen Leinwand in der Kirche mitverfolgen können. Ronny Schönknecht hat uns für die Übertragung seine technische Unterstützung zugesagt. Bei dieser Gelegenheit kann man auch einige geschichtliche Hintergründe und interessante Details der Glockenrestaurierung erfahren.

Wir freuen uns schon sehr darauf, Sie alle am 20. Dezember 2026 um 16 Uhr in der St. Ägidienkirche begrüßen zu dürfen.

Dahlienpracht begeistert Landsenioren aus dem Ilm-Kreis

Thilo Kaiser schreibt über eine Bildungsfahrt der Landsenioren nach Watzdorf und Bad Köstritz: Herbstzeit ist Dahlienzeit und so unternahmen die Landseniorinnen und Landsenioren einen Ausflug in die Stadt der „B’s“ – Bad Köstritz. Dabei stehen die „B’s“ für Bad, Bier, Blumen und Barockmusik. Obwohl die Badtradition, das Köstritzer Schwarzbier und Barockmusik von Heinrich Schütz sicher auch ein tagesfüllendes Programm abgegeben hätten, waren es die Dahlien, denen die Landsenioren die meiste Aufmerksamkeit widmen wollten.

Landsenioren
Alte und neue Dahliensorten gab es im Schau- und Lehrgarten des Dahlienzentrums zu bewundern.© Landsenioren | Thilo Kaiser

Aber vor dem Besuch der Dahlienschau wurde ein Stopp in der Watzdorfer Erlebnisbrauerei eingelegt. Für so manchen Senior war es zwar ungewohnt, vormittags um 9 Uhr schon Bier zu trinken, aber die „Kleine zum Aufreißen“ stand schon am Eingang für alle bereit.

Gerhard Rögner, Senior & Gesellschafter, berichtete über die Geschichte der Brauerei und führte ebenso wie Geschäftsführer Thomas Rögner durch die Brauerei. Der Betrieb, der seit 1411 das Braurecht besitzt, gehört heute zu den ältesten Brauereien Deutschlands. Rögner erzählte im Biermuseum über die Geschichte des Bieres und erinnerte an die Schwierigkeiten, den Betrieb nach der Wende fortzuführen.

Bei einem Gläschen Bier wurde in dem gezeigten Dokumentarfilm über die Umgestaltung der Brauerei und den Neuanfang deutlich, welche Anstrengungen Betriebsleitung und die Mitarbeiter unternommen haben, dass nach anderthalb Jahren Bauzeit wieder das erste Bier ausgeliefert werden konnte. Heute kommen alle Grundstoffe, wie Hopfen und Malz, aus Thüringen und in der Brauerei gibt es neben den Produktionsräumen auch ein Museum, eine Braustube und sogar für Heiratswillige ein Standesamt.

Das Mittagessen wartete dann im Hotel „Goldener Löwe“ in Bad Köstritz auf die Ausflügler, bevor der Ausflug mit einem Besuch des Dahlienzentrums fortgesetzt wurde. Mit viel ehrenamtlichem Engagement wurde das Dahlienzentrum im Jahr 2007, im Zusammenhang mit der BUGA in Gera, eingeweiht, berichtete Wolfgang Ritschel. Köstritz besitzt eine langjährige Tradition der Dahlienzucht, die in den Ausstellungsräumen des Zentrums dargestellt wird. Im Schau- und Lehrgarten sind sowohl alte Dahliensorten, als auch Neuzüchtungen zu bewundern.

Nach einer kleinen Stadtführung, vorbei am Heinrich-Schütz-Haus und der Köstritzer Schwarzbierbrauerei, endete der Besuch in der Dahlienstadt Bad Köstritz.

Große Resonanz bei der Nacht der Kirchen

Uwe Seifert von der Adventsgemeinde Ilmenau schreibt: Am 2. Oktober öffneten zahlreiche Gemeinden im Rahmen der „Nacht der Kirchen“ ihre Türen und luden mit abwechslungsreichen Kurzprogrammen zum Kennenlernen und Verweilen ein. Um 19.30 Uhr war die Adventgemeinde an der Reihe. Der Andachtsraum mit rund 40 Sitzplätzen reichte für den großen Besucherandrang nicht aus: Kurz vor Beginn waren sämtliche Plätze belegt, weitere Gäste verfolgten das Programm sogar vor der Tür.

Eröffnet wurde der Abend mit einem Musikstück, das Angelika Sylvester am Klavier spielte. Nach einem gemeinsamen Lied stellte Pastor Maik Wutschke mit der Bibelschule einen wichtigen Bestandteil des adventistischen Gottesdienstes vor.

In seinem Beitrag griff Pastor Maik Wutschke die anspruchsvollen Fragen nach dem Sündenfall und danach auf, wie Gott heute zu den Menschen spricht. Verständlich und anschaulich vermittelte er die zentralen Gedanken des Themas und gab den Besucherinnen und Besuchern Impulse zum Nachdenken.

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Mit einem weiteren gemeinsamen Lied, einem Gebet und dem Segen endete das Programm. Die Gäste zeigten sich begeistert und machten sich anschließend auf den Weg zur nächsten teilnehmenden Kirche. Die große Resonanz machte den Abend für die Adventgemeinde zu einem besonderen Erlebnis.