Der Tag vor der lang herbeigesehnten Eröffnung ihres eigenen Cafés in Schönfeld: Hinter Carolin Kühmstedt liegt ein wahrer Backmarathon. Nach der Arbeit in Erfurt ging es für die 36-Jährige zu ihrem einstigen Heimatort Schönfeld im Kyffhäuserkreis, in dem sie aufwuchs. In einem Neubau hat sie sich auf einigen Quadratmetern ihren Traum des „Cafézimmers“ erfüllt. Fünf Jahre hat die Umsetzung ihrer Ideen gedauert. Am 1. Mai geht‘s los und die Café-Besitzerin zeigte sich am Vortag reichlich aufgeregt.

Torten, die an die Familie erinnern

Wie viele Besucher am Feiertag von 14 bis 18 Uhr wohl zu ihr in die Ringlebener Straße kommen werden, wird eine Überraschung bleiben. „Es haben sich allein 50 bis 60 Freunde angekündigt“, lächelte sie optimistisch. Die Vorbereitungen jedoch waren am Vortag soweit abgeschlossen.

Sachertorte war die Lieblingstorte meines Schwiegervaters.

Carolin Kühmstedt

Zwei Tage vor der Eröffnung begann das große Backen: Das dauerte am Mittwoch „bis Mitternacht“, also gute zehn Stunden, erinnerte sich Kühmstedt zurück. „Dafür stehen in der Auslage zehn mehrschichtige Torten und zehn Blechkuchen werden für die hungrigen Gäste vorgehalten. Kühmstedts Mutter Christel Schmidt half beim Backen tüchtig mit. Ob die Menge bis Sonntag reicht, wusste die Café-Inhaberin noch nicht. Wenn nicht, ist das aber das geringste Problem. „Wir sind auf das Nachbacken eingestellt“, erzählte sie.

Sachertorte war die Lieblingstorte des Schwiegervaters

Auch einen Hauch von Wiener Kaffeehauskultur wird man in Schönfeld bei Artern künftig finden, denn die Sachertorte darf in der Auslage nicht fehlen. „Sachertorte war die Lieblingstorte meines Schwiegervaters. Zu seinem Geburtstag hat er von mir immer eine Sachertorte bekommen“, erinnerte sich Kühmstedt wehmütig. Er hat die baulichen Anfänge des Neubaus seines Sohnes und der Schwiegertochter noch mitbekommen, verstarb vor einiger Zeit jedoch. Der Verlust wiegt schwer, aber mit der Sachertorte bleibt eine schöne Erinnerung an ihn lebendig, meinte Kühmstedt, die zusammen mit ihrem Mann in Herbsleben bei Bad Tennstedt (Unstrut-Hainich-Kreis) lebt.

„Rohmaterial“ aus elterlichem Garten

Auch die Stachelbeer-Baiser-Torte darf im Cafézimmer nicht fehlen, schließlich sei es die Lieblingstorte von ihrem Mann Christian. Jeden Geburtstag steht eine von ihr selbstgebackene auf dem Geburtstagstisch, verriet sie. Und die Eierlikörtorte? Die isst auch ihr Vater gerne mal, lachte sie. „Die liebt er“, sagte seine Tochter. Am Eröffnungstag wird Carolin Kühmstedt sowohl von ihren Eltern Christel und Günter als auch ausnahmsweise von Schwester Franziska unterstützt. Sie werden bedienen statt naschen.

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Apropos naschen: Neben Zitronen- warten auch noch Himbeertorte und Quarkkuchen und Kuchen vom Blech, darunter Rhabarberkuchen mit dem „Rohmaterial“ direkt von nebenan, aus dem elterlichen Garten. Rund vier Euro kostet ein Stück.

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Obwohl sich Carolin Kühmstedt hauptberuflich um die Finanzen eines Erfurter Vereines kümmert, muten ihre Backwaren an, als stammten sie von einer Konditorin. Das Café soll künftig an jedem zweiten Wochenende von 14 bis 18 Uhr oder nach Anfrage öffnen. Grundsätzlich nur vier Tage im Monat geöffnet? Ja, begründete Kühmstedt. Immerhin wird sie ihren Hauptjob für den Traum vom Café nicht aufgeben.