Nach knapp fünf Monaten ist das Werk vollbracht: Die steile Böschung über der Bundesstraße 85 bei Sachsenburg (Kyffhäuserkreis) ist wieder gesichert. Neue Netze in unterschiedlichen Höhen spannen sich auf einer Länge von mehreren hundert Metern über den Hang. Seit Mittwochmorgen sind die Kollegen der Bergsicherung Ilfeld mit den letzten Arbeiten beschäftigt.

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„Am Dienstag war große Abnahme. Jetzt beseitigen wir noch ein paar kleinere Mängel und führen Restarbeiten aus“, berichtet Vorarbeiter Tim Raseck am Mittwochvormittag, während ein Kollege im Kleinbagger die Böschung beräumt und die sich durch die Wolkendecke kämpfende Maisonne die Bauleute in hochgeschlossener, leuchtend orangefarbener Arbeitskleidung nach einem Regenschauer zusätzlich ins Schwitzen bringt.

Hangsicherung an der B85 bei Sachsenburg
Am Mittwoch wurden auf der Baustelle Restarbeiten vorgenommen. © Funke Medien Thüringen | Kerstin Fischer

Anfang Januar hatten die Spezialisten des Ilfelder Unternehmens mit den Arbeiten zwischen Sachsenburg und Oldisleben begonnen. Der Auftrag des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr umfasste die Beräumung der Sicherheitsnetze über der Straße, die dafür abgebaut und zum Teil erneuert wurden.

Auf neuen Fundamenten sowie zweifach verankert, sind die Schutzzäune aus hochfestem Stahl nicht nur mit Stahlseilen im Muschelkalk befestigt, sondern auch knapp vier Meter tief im Boden, um herabfallendes Gestein abzufangen, das sich immer wieder am Steilhang löst.

Forst nutzt Vollsperrung zur Beseitigung toter Bäume am Steilhang

Zugleich nutzte im März der Forst die Vollsperrung der Bundesstraße, um zur Gefahrenabwehr im oberen Bereich tote Bäume zu entfernen, die als Folge der Trockenjahre 2017/18 abgestorben waren und umgestürzt am Steilhang lagen.

Jetzt beseitigen wir noch ein paar kleinere Mängel und führen Restarbeiten aus.

Hangsicherung an der B85 bei Sachsenburg
Tim Raseck, Vorarbeiter Bergsicherung Ilfeld

Dass aus der zunächst auf drei Monate veranschlagten Böschungssicherung letztlich fünf Monate wurden, habe zum einen am Wetter gelegen. „Beim Abbau der Fangnetze hatten wir zweistellige Minusgrade“, sagt Vorarbeiter Raseck. Hinzu kam zeitweiliger Personalmangel durch Ausfall von Kollegen, was den Zeitplan zusätzlich durcheinanderbrachte und den Arbeitsfortschritt ausbremste. „Das ist bei uns wie überall, wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt fehlen.“

Umleitungsstrecke sorgt für Stau und Wartezeiten

Bei den Verkehrsteilnehmern, die seit Anfang Januar umleitungsbedingt einen Umweg fahren mussten, kam die Verlängerung der Vollsperrung der Bundesstraße gar nicht gut an. Denn trotz ihrer gerade einmal drei Kilometer hat es die Umleitungsstrecke in sich: zwei Bahnübergänge, Staufrust im morgendlichen Berufsverkehr im Bereich Bahnhof Heldrungen sowie die Gefahr, in der Tempo-30-Zone vor der Freien Gemeinschaftsschule vom Blitz der Polizei getroffen zu werden, die die Gelegenheit nutzte und an der stark frequentierten Strecke fleißig die Geschwindigkeit kontrollierte.

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Frohe Kunde für die Umleitungsgeplagten: Zum 22. Mai war die Fertigstellung der Arbeiten in Aussicht gestellt und dabei bleibt es dem Vernehmen nach auch. Zumindest aus Sicht der abziehenden Sicherungsspezialisten. „Am Freitag, 8.30 Uhr, soll die Straße freigegeben werden“, kündigt Tim Raseck an.

Eine ausdrückliche Bestätigung des Termins durch das Landesamt für Bau und Verkehr Nordthüringen in Leinefelde-Worbis war am Mittwoch trotz mehrmaliger Versuche unserer Redaktion bis zum späten Nachmittag nicht zu erhalten.