Wie man neue Lebensfreude gewinnt und sich bewahrt, weiß Karin Jordanland aus Donndorf. Sie ist eines der Gesichter, die man im Kyffhäuserkreis vielerorts sieht. Meist herzlich strahlend – als Darstellerin bei der Theatergruppe Wiehe/Donndorf, als Kirschfee und Teil des Organisationsteams auf dem Braunsrodaer Bauernmarkt, als Mitglied einer Nähgruppe oder bei der Blutspende. Die heute 69-Jährige aus Donndorf macht vieles mit einer großen Hingabe. In den letzten Tagen ist ihr Leben um neue Erfahrungen im Jodeln reicher geworden.
Ich bin nur einmal auf der Welt.
Karin Jordanland, Donndorf

Geschenkgutschein führt nach Bayern
Stolz ist die lebenslustige Frau auf ihr Jodel-Diplom. Ein Geburtstagsgeschenk „meiner sehr kreativen Tochter Claudia“, lächelt Jordanland. Der Gutschein führte das Mutter-Tochter-Gespann mehr als 600 Kilometer von der Heimat ins bayrische Ramsau. Das Diplom ist freilich mit einem Augenzwinkern zu sehen, denn dahinter steckt kein jahrelanges Studium, sondern eine Wertschätzung für einen vierstündigen Kurs im Berchtesgadener Land. Umgeben von der malerischen Landschaft Hintersees lernte die Donndorferin die Grundlagen. Neue Erfahrungen, Auszeiten, gemeinsame Unternehmungen bringen ihr Lebensfreude.
Karin Jordanland hat in ihrem Leben schon vieles gesehen: tiefes Sibirien als auch Rio de Janeiro, wo sie sowohl auf dem knapp 400 Meter hohen Zuckerhut, einem Felsen in Brasilien, als auch auf dem 710 Meter hohen Corcovado stand. Ihr Leitspruch: Alles machen, was Spaß macht; egal, was die andere denken. „Manche sagen, ich bin ein bisschen verrückt, weil ich manches mache, was andere nicht machen, aber ich hab Spaß dran. Ich bin nur einmal auf der Welt“, erklärt sie ihre Weltsicht. Die Neugier, auch im höheren Lebensalter immer wieder Neues zu wagen, hat sie sich bis jetzt bewahrt.
Vater war ein Hansdampf in allen Gassen
Ihre Neugier und Umtriebigkeit sieht Jordanland selbst als Erbe ihres Vater, der nach ihren Worten ein buchstäblicher Hansdampf in allen Gassen gewesen sein soll. „Er hat sich eingesetzt, dass Donndorf eine Wasserleitung bekommt, war in der Feuerwehr und war überall mit dazwischen“, erinnert sich die lebensfrohe Frau zurück.
Mehr Themen aus dem Kyffhäuserkreis:
- Wo früher der Saal bebte: Ein Paar im Kyffhäuserkreis holt die Kirmes zurück
- Gewerbesteuereinbruch: Stadt im Kyffhäuserkreis rutscht in die Konsolidierung
- Dorf im Kyffhäuserkreis will eigenständig bleiben, aber das ist ein Kraftakt
- Wer wird neuer Chef im Rathaus von An der Schmücke?
- Kleine Operation, lange Wartezeit: Ärzte befürchten Nachteile durch neues Gesetz
Zurück zur Jodel-Auszeit in Bayern: Dass die 69-Jährige einmal in ihrem Leben die Silben so trällernd aneinander reiht, daran hätte sie vor der Reise selbst nicht geglaubt. Vor allem, weil sie gar nicht singen könne, wie sie selbst behauptet. Inzwischen habe sie gelernt: „Man muss zum Jodeln nicht singen können; man muss einfach nur Spaß haben wollen“.
Zwei Herzenswünsche sind noch unerfüllt
Gejodelt wird vor allem im Alpenraum; das heißt in Bayern, in der Schweiz oder Österreich. Und jeder jodelt ein wenig anders. Die Unterschiede sind vergleichbar mit den Dialekten innerhalb des deutschen Sprachraums, lernt die 69-Jährige bei ihrem Wochenendtrip. Wie heute das Handy war das Jodeln damals eine Kommunikation von Berg zu Berg oder von Alm zu Alm, weiß Karin Jordanland heute.

Täglich
Der Newsletter für den Kyffhäuserkreis
Alle wichtigen Informationen aus dem Kyffhäuserkreis, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Ich könnte jetzt nach Bottendorf hinüber jodeln, auch wenn es bei uns an der Akustik fehlt“, lacht sie. Schwärmerisch erinnert sie sich an die Jodelei bei Ramsau, direkt an einem See. Beim Jodeln in Richtung der Berge kam ein richtiges Echo von den Felswänden zurück. „Das war einfach nur toll; das Jodeln ist wie eine eigene Sprache“, beschreibt sie eine bisher nicht gekannte Erfahrung.
Zwei sehnliche Wünsche möchte sich die unternehmungslustige Donndorferin noch erfüllen. Dazu zählt einerseits der Besuch der fast 1000 Jahre alten Wartburg bei Eisenach und andererseits ein Besuch auf dem Brocken mit der berühmten Brockenbahn.




