Sommer, Sonne, Badespaß: Was nach einem verlockenden Freizeitspaß an heißen Tagen klingt, kann schnell in einer Tragödie enden. Nämlich dann, wenn ein Badegast zu ertrinken droht. Um Badegästen mehr Sicherheit zu bieten, gilt im Freibad Verl in Nordrhein-Westfalen seit dieser Badesaison ein Einlassverbot für Unter-16-Jährige, die kein Bronze-Schwimmabzeichen oder ohne Begleitung eines Erwachsenen schwimmen wollen.
Entlastung einerseits, Risiko andererseits
Das Vorgehen hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch im Kyffhäuserkreis wird darüber diskutiert. Etwa in Artern. Die Salinestadt, in dessen grüner Lunge das Soleschwimmbad liegt, hat noch kein Verbot ähnlich dem in Verl. So eines wird in dieser Badesaison auch nicht kommen, stellten Arterns Bürgermeister Wolfgang von Eye (Parteiunabhängige Bürger) und Schwimmmeister Jörg Blumentritt klar. Aber die Einlassregelung wie in Verl sei durchaus eine Option, die für künftige Badesaisons in Artern geprüft würde, sagte von Eye.
Befürworter der Einlassregelung sehen es so wie Jörg Blumentritt, der in Kindern in Schwimmkursen seit Jahren die Prüfungen im kühlen Nass abnimmt. „Das Seepferdchen ist kein Nachweis, sicher schwimmen zu können“, sagte Blumentritt. Diejenigen, die das Bronze-Schwimmabzeichen, auch Freischwimmer genannt, erreicht haben, mussten bei ihrer Prüfung nachweisen, dass sie 15 Minuten am Stück schwimmen können, auch in mehreren Schwimmstilen. Auch das Orientieren Unterwasser gehört dazu. Er spräche sich für den Bronze-Einlass bei Kindern aus, solange kein Elternteil oder Erwachsener dabei ist, sagt Schwimmmeister Blumentritt.
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Das Vorgehen in Verl wird nicht nur positiv, sondern auch kritisch gesehen: einerseits würde zwar auch das Aufsichtspersonal in Freibädern entlastet, gerade wenn sich wie an hochsommerlichen Tagen Ende Juni Hunderte Besucher auf dem Freibadgelände befinden. Andererseits, führen Kritiker an, schaffe die Regelung auch Risiken. Wer nicht ins Freibad komme, könnte sich gefährlichere Alternativen wie Seen zum Abkühlen suchen. Obendrein vielleicht noch dort, wo es gar keine Badeaufsicht gibt.
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