Auf dem Weg, die „Alte Kanzlei“ in Bleicherode zu erhalten, sanieren und neu zu nutzen, ist eine neue Etappe in Angriff genommen worden. Für den Umbau eines ehemaligen Wohnhauses zum Co-Working Space gab es am Montag auf dem denkmalgeschützten Ensemble im Kreis Nordhausen den symbolischen Spatenstich durch Bürgermeister Frank Rostek (CDU), die Mitglieder des Fördervereins „Alte Kanzlei“ und Thüringens Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke).

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Dafür stellt der Freistaat Thüringen 700.000 Euro aus der Städtebauförderung bereit. „Dies ist ein weiterer Meilenstein unserer erfolgreichen Städtebauförderung seit 1993. Das Vorhaben verbindet Leerstandmanagement und Innenstadtentwicklung mit Baukultur und nachhaltigem Bauen“, so die Infrastrukturministerin.

Co-Working-Spaces als flexibler und unabhängiger Arbeitsplatz jenseits des klassischen Büros oder des Homeoffice böten vor allem im ländlichen Raum enormes Potenzial, die jeweilige Region nachhaltig zu entwickeln. Sie leisteten einen wertvollen Beitrag, um Landflucht und Abwanderung entgegenzuwirken.

Erhalt und Sanierung laufen seit über 30 Jahren

Rund 1,5 Millionen Euro Städtebauförderung sind seit 1993 insgesamt in den Erhalt und die Sanierung der „Alten Kanzlei“ geflossen. Im Bewusstsein um das große Potenzial des Standortes und seiner baulichen wie kulturellen Strahlkraft agieren Stadt und Förderverein gemeinsam, um den künftigen Kulturhof schrittweise zu sanieren und zu erneuern. Heute befinden sich bereits die Stadtbücherei, eine Musikschule und eine Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde von Bleicherode in den Räumen der „Alten Kanzlei“.

Als in sich geschlossener Ackerhof wurde die „Alte Kanzlei“ 1663 mitten in der Altstadt von Bleichrode errichtet. Nach Überlieferung wurde sie in den ersten hundert Jahren als Tagungsort und Verwaltungssitz der Grafschaft Honstein genutzt. Gesichert ist die Nutzung des großen Raums im Westen des Obergeschosses durch die jüdische Gemeinde als Betraum seit circa 1720. Nach 1800 kam das Kanzleiobjekt in andere Privathände und wurde bis etwa 1980 zu Wohnzwecken genutzt. Danach blieb es unbewohnt und verfiel zusehends. Nach der Wiedervereinigung nahmen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger des einzigartigen Hofensembles an und gründeten den Förderverein Alte Kanzlei.

„Die Alte Kanzlei Bleicherode erzählt eine jahrhundertelange lokale Geschichte. Es ist das große Verdienst des Fördervereins, die heutige, ausbaufähige Nutzung des gesamten Areals vorangebracht zu haben“, so Ministerin Susanna Karawanskij abschließend.

Hintergrund Co-Working Space:

Co-Working Spaces bieten neben dem klassischen Arbeitsplatz im Betrieb oder Zuhause eine alternative Arbeitsmöglichkeit. Diese zeichnet sich vor allem durch Flexibilität, Unabhängigkeit und Zugänglichkeit aus. Nutzer (Co-Worker) können aus verschiedenen Tarifen wählen, wann und wie lange sie den Space nutzen wollen und welche technischen und digitalen Dienste sie benötigen. Damit Co-Workern kein zeitlicher Mehraufwand entsteht, bieten die meisten Spaces Plug and Play-Arbeitsplätze an. Das heißt, es wird eine volle Arbeitsplatz-Infrastruktur mit Service, Reinigung, Nebenkosten, Highspeed-Internetzugang, Kaffee-Flatrate und viele weiteren Leistungen angeboten.

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red