18 Jahre lang war Barbara Rinke (SPD) Oberbürgermeisterin der Stadt Nordhausen - von 1994 bis 2012. In den Jahren 2003 bis 2009 war sie zudem Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die 77-Jährige blickt sorgenvoll auf die gegenwärtige Entwicklung im Land. Wenige Tage vor der Thüringer Landtagswahl hat sie einen offenen Brief geschrieben:

Täglich
Der Newsletter für Nordhausen
Alle wichtigen Informationen aus der Region Nordhausen, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Liebe Nordhäuser, ich melde mich mal wieder zu Wort, weil es am Wahlsonntag auch um das Wohl unserer Stadt geht, und die liegt mir nach wie vor sehr am Herzen.
Nordhausen: Auch in der Stadt steht viel auf dem Spiel
Kurz vor der Landtagswahl scheint die Thüringer Gesellschaft zerrissener denn je. Welche Konsequenzen wird der Wahlausgang haben, wie wird es sich auf die Kommunen auswirken? Dem Wunsch nach Stabilität steht die Sorge vor schwierigen Regierungsbündnissen gegenüber. Werden wir Versuchslabor politisch Gestriger oder schaffen wir es, dass unser Land vorankommt? Auch für den Wahlausgang in unserer Stadt steht dabei viel auf dem Spiel.
Wir sind gerade Oberzentrum geworden, eine Zuschreibung, die nun mit Leben erfüllt werden muss. Da hilft uns ein wirtschaftsfeindliches Klima keinen Schritt weiter. Die Zukunftsfähigkeit unserer regionalen Wirtschaft darf durch das Wahlergebnis nicht gefährdet werden.
Nordhausen: Vermehrter Wegzug junger Menschen
Und das gesellschaftliche Klima in unserer Stadt muss sich wieder verbessern, damit die Menschen hier gern leben und unsere Stadt nicht verlassen. Vielmehr müssen wir dafür werben, dass gerade junge Menschen hier ihre Ideen verwirklichen können und gute Bedingungen vorfinden. Dem wieder vermehrten Wegzug junger Menschen müssen wir etwas entgegensetzen.
Wir haben am Sonntag die Wahl zwischen den verschiedenen Kandidaten. Viele Ideen wurden da zusammengetragen, gute und schlechte und leider auch sehr schlechte. Da wird es nach der Wahl viel Enttäuschung geben, weil die Versprechen nicht eingelöst werden. Es liegt an Ihnen, liebe Bürger unserer Stadt, die beste Wahl für Thüringen zu treffen und damit natürlich auch für unsere Stadt, denn die Kommunen sind abhängig von einer guten, stabilen, auf Verlässlichkeit bauenden Landespolitik.“
Weitere Themen aus Nordhausen
red




