Ein Filmkunstwerk findet seinen Weg ins Kino. Mit ihm kommt auch Nordhausen auf die große Leinwand. Christina Friedrich hat ihren eigenen Roman „Keller“ in bewegte Bilder verwandelt. Ihr Film heißt „Zone“. Sein offizieller Kinostart ist am Donnerstag, 3. Oktober.

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„Alle Filme sind persönlich“, sagt die Regisseurin. Doch „Zone“ sei zudem „eine physische Notwendigkeit“. Die Geschichte ist Fiktion, aber inspiriert vom Leben in der DDR. Auf zahlreichen Seiten des Buches ist Nordhausen erkennbar. Dem aufmerksamen Zuschauer wird es im Film nicht anders ergehen. Viele Szenen sind in der Stadt und in der nahen Region entstanden.

„Ich musste an einen Ort zurückkehren, den ich verlassen wollte“, schaut die gebürtige Nordhäuserin auf ihre Dreharbeiten. Bereut hat sie es nicht. Denn nur so habe sie die Bilder erzählen können, „die ein Teil von mir und der Gesellschaft sind, mit der ich mich verbunden fühle“. Als einen ihrer wichtigsten Drehorte in Nordhausen nennt sie den Walkenrieder Hof. Der bot die Kulisse für etliche Innenaufnahmen.

Stille Rebellin widersetzt sich der schweigenden Gewalt

Die Hauptfigur des Films - ein Mädchen - durchwandert den Harz und erforscht eine Landschaft, die unter dem Kohnstein liegt. Kea Krassau verkörpert diese stille Rebellin. Sie widersetze sich „der schweigenden Gewalt einer verwundeten Landschaft“, heißt es in der Logline des Films. Der Krieg kehrt in ihre Träume zurück. Sie folgt ihrer Sehnsucht und gerät in Konflikte. „Ich möchte über die Geschichte einer Landschaft erzählen“, fasst Christina Friedrich ihre künstlerische Triebfeder in Worte. „Ich möchte eine Sprache für das Schweigen finden.“

Der bundesweite Kinostart hat eine Vorgeschichte. Friedrichs Werk war dieses Jahr bereits auf einer Europa-Reise. Beim internationalen Film-Festival in Rotterdam (Niederlande), beim German-Film-Fest in Madrid (Spanien) sowie beim New-Horizons-Film-Festival in Wroclaw (Polen) lief „Zone“ jeweils im Programm.

Zone
Die Schauspielerin Kea Krassau verköpert die Hauptfigur in dem neuen Film „Zone“.© Eksystent-Filmverleih

Die ersten Kritiken sind vielversprechend. In Wroclaw würdigt die polnische Schauspielerin Małgorzata Sadowska den Film als „mutige Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte“, „unkonventionelles Porträt des Harzes“ und „vor allem eine starke neue Stimme im deutschen Kino“.

Der indische Filmkritiker Srikanth Srinivasan zeigte sich bei der Weltpremiere in Rotterdam ebenfalls beeindruckt. Er nennt „Zone“ ein „zartes, episodisches Abenteuer, das den Tiefgang eines Romans, die Lyrik eines intimen Tagebuchs und die reichen Produktionswerte eines Breitwand-Epos miteinander verbindet“.

Auch Kea Krassau erntet erste Früchte ihrer Arbeit. Sie sei „ein Ereignis als Rebellin“, schwärmen die Kritiker. „Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sie sich durch alle Abgründe.“ Ihre Präsenz sei „atemberaubend“.

Der Film kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Am Sonntag, 6. Oktober, ermöglicht das Kino in Nordhausen eine exklusive Vorstellung. Im Beisein der Regisseurin kann das Publikum ab 20 Uhr im Filmpalast die „Zone“ ergründen und sich auf die 131-minütige Lichtspiel-Reise begeben. Im Anschluss steht Christina Friedrich für eine Gesprächsrunde bereit und will alle Fragen der Zuschauer beantworten.

Drehorte und Unterstützer in Nordhausen

Die Regisseurin Christina Friedrich betont: Ohne die Unterstützung vieler Nordhäuser wäre der Film nicht möglich gewesen.

33 Kinder der Lessing-Regelschule haben „eine sehr wichtige und tragende Rolle“ in dem Film gespielt.

Die Nordhäuser Feuerwehr hat auf dem Waresa-Gelände einen kontrollierten Großbrand gelegt und es regnen lassen. 

Zu den Unternehmern, die die Dreharbeiten unterstützt und gefördert haben, zählt Axel Heck vom Nordhäuser Fürstenhof.

Drehorte in Nordhausen waren unter anderem das ehemalige Schachtbau-Areal in der Grimmelallee, die aktuelle Schachtbau-Kantine, der Hohe-Kreuz-Sportplatz, der Möwensee, der Kohnstein, die Zorge, der Walkenrieder Hof und das Kunsthaus Meyenburg.

Auch in der Region entstanden Aufnahmen für den Film - so am Heuberg in Klettenberg, im Limlingeröder Wald, bei Apex in Limlingerode, am Kyffhäuser-Denkmal, in der früheren Psychiatrie in Ballenstedt, im Sondershäuser Bergwerk und in Ellrich. 

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