Knauf hat im Rechtsstreit um Gips-Erkundungsbohrungen im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz einen Erfolg erzielt. Das Verwaltungsgericht Halle hat zentrale Bedenken des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) zurückgewiesen. Der hatte im Dezember einen Stopp der Bohrungen erwirkt.

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Die Umweltschützer hatten nachteilige Auswirkungen auf geschützte Lebensräume oder Arten des FFH-Gebiets „Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz“ befürchtet. Das Gericht teilte diese Auffassung nicht. Vielmehr bestehe an der Suche nach Gips ein „überwiegendes öffentliches Interesse“. Diese sei „notwendig“, um über die „zukunftsorientierte Versorgung mit heimischen Rohstoffen“ sachgerecht entscheiden zu können.

Knauf verteidigt Suche nach neuen Abbaufeldern

Das Gericht hat lediglich beanstandet, dass im Bescheid des Umweltamts noch einzelne Befreiungen von Vorgaben des Landschaftsschutzes hätten erteilt werden müssen. Knauf hatte Ende August beim Umweltamt des Landkreises Mansfeld-Südharz einen Antrag auf Genehmigung von sieben Bohrungen eingereicht. Anfang Dezember folgte die Genehmigung. Dessen Landrat André Schröder (CDU) hatte betont, die Pläne seien mit dem Schutzstatus des Gebiets vereinbar. Es handele sich um geringfügige Eingriffe, ausschließlich auf Wegflächen.

Bis zum vom BUND erwirkten vorläufigen Stopp der Arbeiten hatte Knauf zwei Bohrungen in Tiefen bis zu 31 Metern durchgeführt. Diese hätten erste Ergebnisse geliefert, die den bisherigen Kenntnisstand über bedeutende Gipsvorkommen in der Region untermauert hätten, so Knauf.

Das Rottleberöder Unternehmen betont, Gips werde „dringend benötigt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“. Doch der Rohstoff drohe in Deutschland knapp zu werden. Knauf verweist auf den REA-Gips als Nebenprodukt der Kohleverstromung, der zurzeit noch etwa die Hälfte des Bedarfs decke. Nur werde der mit Ende der Kohlekraftwerke spätestens ab 2038 vollständig wegfallen.

Diese Versorgungslücke, so das Verwaltungsgericht, könne mittelfristig nur durch eine „massive Ausweitung der einheimischen Gipsgewinnung“ geschlossen werden. Umweltschützer indes fordern, statt des Naturgipsabbaus das Recycling von Gips auszuweiten. 

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red