Zu einem dreistündigen Warnstreik hat die Bergbau-Gewerkschaft am Donnerstag die Beschäftigten vom Schachtbau in Nordhausen aufgerufen, berichtet der Bezirksleiter der IG BCE, Andreas Schmidt.

Der Arbeitgeber habe der Gewerkschaft in der diesjährigen Tarifrunde „ein unannehmbares letztes Angebot“ unterbreitet, „das weit unterhalb der derzeitigen Inflationsrate liegt und mit einer Laufzeit von 30 Monaten weit über der geforderten Laufzeit von 12 Monaten liegt“, erklärt Schmidt. Der Verhandlungsführer betont, dass ein solches Angebot „bei dem sehr positiven Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 und vollen Auftragsbüchern für 2025 einen totalen Realitätsverlust“ zeigt. Es würdige die Arbeitsleistung der Beschäftigten „in keinster Weise“.
Auch ein Gegenrechnen von vergangenen notwendigen Tarifabschlüssen und Inflationsausgleichszahlungen in Form von Einmalzahlungen zeige, meint Schmidt, dass der Arbeitgeber nicht verstanden hat, wer die Wertschöpfung in seinem Unternehmen erbringt.
Gewerkschaft: Den Arbeitern drohen Einkommensverluste
Das Gegenrechnen von Einmalzahlungen verdränge dauerhafte Lohnerhöhungen und bringe für die Beschäftigten Einkommensverluste. Zudem führe die Haltung des Hauptgesellschafters auch dauerhaft dazu, dass der Wettbewerb innerhalb einer Branche, die auf öffentliche Ausschreibungen angewiesen ist, auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird.
Auch interessant
„Die Beschäftigten von Schachtbau gehen deshalb auf die Straße, um ihrer Tarifforderung Nachdruck zu verleihen“, betont Schmidt. Sie fordern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2025, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen pro Ausbildungsjahr um 100 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten.
Weitere Themen aus Nordhausen
Der erste Warnstreik soll die Geschäftsführung dazu bewegen, die Verhandlungen mit der Gewerkschaft wieder aufzunehmen und ein verbessertes Tarifangebot zu unterbreiten, was sowohl der derzeitigen Inflation als auch dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens Rechnung trägt. Sollte die Chefetage auf ihr derzeitiges letztes Angebot beharren, sollen weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen, kündigt Schmidt an. „Ein Aussitzen dieser Tarifverhandlungen wird es mit der IG BCE nicht geben“, unterstreicht er. red



