Die Interview-Anfrage der Zeitung lehnt er ab. Uwe Bohn wählt den stillen Abschied. Der Bäckermeister ist kein Mann der großen Worte. Auch an seinem letzten Arbeitstag bleibt er sich treu: Fleißig und bodenständig, wie er ist, kümmert er sich lieber um frische Brötchen und Brot, statt die Fragen des neugierigen Journalisten zu beantworten.

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Als Uwe Bohn gemeinsam mit seinem Team (Marion Wieland, Heike Ahrendt, Anja Meinecke und Michael Schieke) unwiderruflich den Laden in der Jahnstraße schließt, ist es ein bitterer Moment für das traditionsreiche Handwerk in Nordhausen: Die fast 1100 Jahre alte Stadt verliert ihren letzten echten Bäcker. Jetzt gibt es hier nur noch Filialen von Auswärtigen.
Uwe Bohn blickt auf ein arbeitsreiches Berufsleben zurück. Sein goldenes Jubiläum liegt auch schon wieder neun Monate zurück. Im September 2024 vollendete der Meister sein 50. Jahr als Bäcker. Bei seinem Start folgte er dem Vorbild seines Vaters Otto, in dessen Fußstapfen er später auch trat, um den Familienbetrieb aufrechtzuerhalten.
Im März 1983 berichtete die Zeitung „Das Volk“ über Otto und Uwe Bohn. Vater und Sohn waren damals stolz auf ihren neuen Gas-Umwälzbackofen. Diese Modernisierung ermöglichte es ihnen, täglich rund 5000 Brötchen und Brote zu backen.
42 Jahre später schließt Uwe Bohn sein Geschäft und beendet schweren Herzens die Bäcker-Ära seiner Familie. Es ist ein Abschied ohne Tamtam. Nur ein Zettel hängt im Fenster. Auf dem fasst Uwe Bohn seine Dankbarkeit in Worte: für die jahrelange Treue und für das Vertrauen, das die Kunden ihm und seinem Team „in den ganzen Jahren entgegengebracht haben“.
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