Der Audi-Axel ist jetzt Rentner. Wenn sich solch eine Nachricht in Nordhausen verbreitet, dann ist der Mann, um den es geht, eine lebende Legende. Die Kollegen vom Autohaus Albertsmeyer haben ihren Axel Vollroth in den Ruhestand verabschiedet. Und sie wissen, wie groß der Verlust ist. Nach 35 Jahren.

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Axel hat nicht nur zig Audi-Generationen begleitet. Er ist auch Zeitzeuge einer kompletten Technik-Evolution vom Zündschlüssel bis zum Touchsreen. Die Kollegen ahnen schon jetzt, dass sie ihn sehr vermissen werden. Nicht nur den Fachmann, ebenso den Menschen – seinen feinen Humor, seine Verlässlichkeit und seine Hilfsbereitschaft. Er wird ihnen fehlen – als Erfahrungsquelle und als ruhiger Fels im hektischen Verkaufsalltag.
DDR-Oberliga bleibt unerfüllter Fußballer-Traum
Axels Berufsleben ist geprägt von seiner Liebe zum Automobil und von seiner Loyalität. Aber es gibt auch ein Davor. Seine Jugend ist vor allem der Fußball. Mit Glückauf Sondershausen führt ihn der Weg bis in die DDR-Liga, der damals zweithöchsten Spielklasse der kleinen Republik. Als die Sondershäuser ihre beste Saison spielen – 1983/84 –, zählt Axel als 22-Jähriger zur Stamm-Elf und steht in allen 22 Punktpartien auf dem Platz. An der Seite von Harald Brosselt und Roland Garthof. Der Aufstieg zur Oberliga ist greifbar nahe. Erst drei Spieltage vor Saison-Ende ziehen Motor Suhl und Motor Nordhausen an den Glückauf-Kickern doch noch vorbei.
Anfang der Neunzigerjahre setzt Axel seine Fußballkarriere beim SV Südharz in Walkenried fort. Seinen Arbeitsplatz findet er in der Firma Will. Er ist dabei, als 1994 das Autohaus in Nordhausen eröffnet wird. Und als die Eichsfelder Familie Albertsmeyer im September 2015 den Standort in der Helmestraße übernimmt, findet auch Axel seinen neuen beruflichen Hafen.
Der Bau einer Blindenschule krönt sein soziales Engagement
Ebenso unermüdlich wie unverwüstlich meistert der Automobilkaufmann alle Aufgaben, die ihm der Beruf aufbürdet. Ob Abwrack-Prämie, Diesel-Skandal oder Corona-Krise – es gibt immer ein Danach und die Rückkehr in die Normalität. In seinen 35 Jahren verkauft Axel etwa 9000 Fahrzeuge – den wertvollsten Wagen für 180.000 Euro.
Aber nicht nur die Arbeit bestimmt sein Leben. In seiner Freizeit wird das Bergsteigen eine weitere Leidenschaft. Er bewundert den Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander und unterstützt ihn gern bei Veranstaltungen oder Spendenaktionen für Bildungsprojekte in Nepal. Axels soziales Engagement gipfelt im Bau einer Blindenschule in Chatara.
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Jetzt wartet der Ruhestand auf Axel. Langweilig wird der gewiss nicht. Denn jetzt hat er endlich mehr Zeit für seinen Garten und für seine geliebten Reisen in die weite Welt.




