Ein Drittel aller Haushalte ist im Kreis Nordhausen bereits mit Glasfaser versorgt, berichtete unsere Zeitung vor drei Wochen. Zudem sei der Ausbau in der Region Ellrich fast abgeschlossen. Ein Leser aus der Stadt hat uns daraufhin informiert, wie chaotisch dieser Ausbau bei ihm abgelaufen ist.

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„Für mein Haus habe ich den Anschluss bereits 2022 bei der Telekom beauftragt. Im Februar 2024 erfolgte dann die Verlegung des Schutzrohres in mein Haus“, berichtet Frank Diederich. Bis heute habe es mehrere Anläufe zur restlichen Installation ohne Erfolg gegeben.

In Vorbereitung zur Kabelverlegung hat Diederich in seinem Hause sämtliche Kabelkanäle aufgerissen, Kellerregale weggeräumt und Leitungswege vorbereitet. „Ich lebe praktisch seit einem Jahr auf einer Baustelle und werde dauernd mit Terminverschiebungen und Unkenntnis von Problemen an meinem Anschluss hingehalten. Die Frage ist nur, warum sind bei meinen direkt angrenzenden Nachbarhäusern die Anschlüsse bereits seit einigen Monaten fertiggestellt?“, gibt er zu bedenken.

Auch mehrere Telefonate und E-Mails mit Telekom, Glasfaserplus und ausführenden Firmen hatten nur zur Folge, dass Diederich automatisch generierte E-Mails als Eingangsbestätigung bekam oder Zusagen, dass Tickets und Dringlichkeitsvermerke an die ausführenden Firmen geschickt wurden. „Die letzte Auskunft war, dass der Ausbau bis Februar 2026 abgeschlossen ist“, sagt er.

„Ich hätte ja Verständnis, wenn mein Anschluss erst später angefangen würde, aber wenn die Installation angefangen ist, dann muss sie auch in einem annehmbaren Zeitraum, und nicht über zwei Jahre, fertiggestellt werden“, betont er Weiterhin wurden in öffentlichen Bereichen und Grünanlagen Kabel verlegt, aber die Oberflächen nicht wieder korrekt für Grünbewuchs hergestellt. Die Gräben wurden lediglich mit Splitt und ganz wenig Muttererde aufgefüllt. Da könne kein Gras mehr wachsen, so der Ellricher.

Auch in Wohnblock gibt es Probleme

Diederich ist aber auch als Verwaltungsbeirat für einen Wohnblock mit 24 Eigentumswohnungen verantwortlich. Dort gebe es ein ähnliches Szenario.

Dort haben nicht alle Bewohner einen eigenen Glasfaseranschluss beauftragt. Dennoch sind die Hauptanschlusskästen, die durch die Firma Glasfaserplus im Keller installiert wurden, so ausgelegt, dass auch zum späteren Zeitpunkt noch Wohnungen angeschlossen werden können. Aber bei den bereits beauftragten Anschlüssen ist die Firma, die das Kabel in die Wohnungen verlegt, verpflichtet, den Leitungsweg im Hause mit der Verwaltung oder den Eigentümern abzustimmen. So steht es in den Richtlinien der Telekom.

„Eine Abstimmung erfolgte jedoch nicht“, so Diederich. Man habe es sich hierbei aber einfach gemacht und den Leitungsweg nach eigenem Ermessen gewählt und dilettantisch ausgeführte Wohnungsverteiler installiert. „Zum Glück konnten wir dieser Eigenmächtigkeit mit viel Aufwand und Telefonaten Einhalt gebieten und die Firmen auf die vorgesehenen Kabelschächte verweisen“, so der Ellricher.

Die Fertigstellung der Renovierung eines Treppenhauses hat sich dabei aber in Folge von Korrekturarbeiten bei der Glasfaserverlegung um mindestens ein halbes Jahr verzögert. Ein Ende der Arbeiten sei derzeit auch nicht abzusehen, da die Handwerkerfirmen ja noch andere Verpflichtungen haben.

Man hätte sich viel Ärger sparen können

„Mit vernünftiger Abstimmung und Einhaltung von Gesprächsterminen, die von der Seite der ausführenden Firmen oft einfach nicht wahrgenommen wurden, hätte man sich viel Ärger auf beiden Seiten ersparen können“, ist der Ellricher überzeugt.

„Ich kann die Abläufe, Absprachen sowie die Ausführung der Arbeiten und Termine nur als katastrophal bezeichnen und fühle mich von der Telekom allein gelassen“, betont Diederich. Bei jeglichem Kontakt werde immer nur auf die ausführenden Firmen verwiesen, obwohl die Telekom Vertragspartner ist. „Ich fühle mich total frustriert und würde jedem empfehlen, die Beauftragung eines solchen Gasfaseranschlusses gründlich zu überdenken“, ist sein Fazit.

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Doch es gibt ein Happy End: Am Samstag informierte uns der Leser, dass er am Montag endlich seinen Anschlusstermin erhalten hat. Das ist gut für ihn, ändert aber nichts an dem Chaos, das von der Telekom und den bauausführenden Firmen verursacht wurde.