Das Lebensglück ist ein zartes Gewächs. Manchmal genügen wenige Minuten, um einem Menschen den Boden unter den Füßen wegzureißen. Andrea Funke (36) hat diesen Moment jetzt in Bleicherode erleben müssen – am Freitagnachmittag, als das Gebäude, in dem sie ihre Praxis betreibt, in Flammen steht (wir berichteten).

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Es ist erst acht Monate her: Andrea übernimmt die podologische Praxis ihrer Mutter Carmen Dietrich. Nach den ersten Berufsjahren als Friseurin und Kosmetikerin wählt sie den Weg zur medizinischen Fußpflege. Mit ihrer Mutter hat sie die perfekte Lehrmeisterin. Das Glück ist vollkommen, als Andrea den Schritt in die Selbstständigkeit wagt und dem Lebenswerk ihrer Mutter eine Zukunft gibt. Keiner ahnt, dass der 15. August ein schwarzer Freitag ist.
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Ein Feuer-Alarm schreckt Bewohner und Passanten der Innenstadt in Bleicherode auf. Aus dem Fenster der Ergotherapie in der Hauptstraße 48 schlagen die Flammen. Drei Feuerwehren eilen herbei, löschen den Brand und verhindern Schlimmeres. Doch für Andrea Funke bricht eine Welt zusammen.
Ihre Praxisräume sind direkt unter der Ergotherapie. Was das Feuer nicht schafft, erledigt das Löschwasser. Als Andrea Funke das Resultat sieht, steht sie unter Schock: „Alles ist hinüber.“ Die Räume und die Ausstattung – die komplette Podologie-Praxis ist von jetzt auf gleich unbrauchbar. Die Jungunternehmerin spürt plötzlich große Panik und die pure Existenzangst. Wie soll es nun weitergehen?
Zu den ersten Personen, die ihr neuen Mut zusprechen und Hilfe anbieten, zählt Ortsbürgermeister Robert Henning (BSW). Ihm folgt gleich eine Welle der Hilfsbereitschaft – vom Sportverein Glückauf bis zum Karnevalsverein BCC. Zahllose Bleicheröder zeigen sich solidarisch. Die Stadt steht zusammen. „Ich fühle mich nicht alleingelassen“, sagt Andrea, „und kann meine Dankbarkeit gar nicht in Worte fassen.“
Andreas Schockstarre verschwindet. Mit der Gänsehaut erwacht neuer Lebensmut. In unmittelbarer Nachbarschaft werden der Podologin vorübergehend Räume zur Verfügung gestellt. So kann sie ab Montag, 25. August, einen notdürftigen Praxisbetrieb wieder aufnehmen. Eine Notlösung, die erst einmal weiterhilft.
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Die bisherige Praxis wird über längere (und wohl nicht absehbare) Zeit unbrauchbar bleiben. Die Schäden sind enorm. Deshalb sucht Andrea Funke sehnlich eine neue Unterkunft. Sie benötigt für ihre künftige Praxis barrierefreie Räume und ist für jeden Rat dankbar.
Die Ermittlungen der Nordhäuser Kriminalpolizei dauern an. Bei der Schadenshöhe sprechen die Beamten vom „sechsstelligen Bereich“. Zur Bestimmung der Brandursache ist ein Sachverständiger hinzugezogen worden.






