125 Jahre nach ihrer Gründung will die Südharzer Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) – im ersten Quartal des kommenden Jahres – mit ihrem nächsten Neubau in Nordhausen beginnen, kündigt WBG-Vorstand Sven Dörmann an. Das vom Nordhäuser Architekt Tobias Winkler geplante Wohnhaus wird erneut ein Pilotprojekt der WBG. Der Vertrag mit dem Generalunternehmer, der Waresa Bau GmbH aus Nordhausen, ist bereits unterzeichnet worden. Waresa hatte sich im Ausschreibungsverfahren gegen drei weitere Unternehmen durchgesetzt.

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Nach dem erfolgreichen Neubauprojekt „WBGreenONE“ in der Stolberger Straße in Nordhausen soll auch beim neuen Vorhaben mit dem Arbeitstitel „WBGBlackONE“ der Fokus auf die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt werden. „Wir wollen in der Schröterstraße ein überwiegend energieautarkes Gebäude errichten, das seinen Energiebedarf (Strom, Wärme, Warmwasser) weitgehend selbständig aus erneuerbaren Energien decken kann“, erklärt Dörmann. Es soll dabei nur noch in Spitzenlastzeiten im Winter auf zusätzlichen externen Ökostrom aus dem öffentlichen Stromnetz angewiesen sein.

Das Haus mit sechs Drei-Raum-Wohnungen und einer Vier-Raum-Wohnung sowie Tiefgarage und Aufzug wird mit umfangreichen PV-Anlagen auf dem Dach und an den Fassaden ausgestattet sein. Es wird über einen sehr großen Batteriespeicher sowie über einen 200-Liter-Boiler je Wohnung verfügen.
Für die zukünftigen Bewohner bedeutet dies, dass in ihrer pauschalen Inklusivmiete, neben der obligatorischen Grundmiete, ebenfalls die Heizkosten, die Kosten der Warmwasserbereitung, der Hausstrom (Aufzug, Treppenhäuser, Tiefgarage) und der Wohnungsstrom bereits enthalten sind. Lediglich die üblichen kalten Betriebskosten, zum Beispiel für Trinkwasserverbrauch, Abwasser oder Abfallentsorgung, werden weiterhin separat abgerechnet.
Nordhäuser haben sich auch von Weimar inspirieren lassen
Erstmalig bei einem Neubau der WBG werden statt konventioneller Fußbodenheizung alle Wohnungen mit Infrarot-Heizungen an den Zimmerdecken ausgestattet. Die ausgereifte Technik der extrem wartungsarmen Heizgeräte und Warmwasserboiler spart auch die Kosten für die ansonsten jährlich anfallenden Wartungsarbeiten an Wärmepumpen oder Gasheizungen. Außerdem entfallen der Aufwand und die Kosten für die mindestens alle drei Jahre anfallende Legionellenprüfung.
Der WBG-Vorstand hatte sich im Vorfeld der Planungen ausführlich über ähnliche Projekte in Weimar (Neubau) sowie in Aschersleben (Sanierung) informiert und ist überzeugt, mit diesem Neubau einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität von Wohngebäuden zu gehen.
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Nach dem aktuellen Stand der Planungen wird das Vorhaben, das im Sommer 2027 bereits fertiggestellt sein soll, für die WBG rund 2,8 Millionen Euro kosten. red




