Plötzlich ist er tot, unverschuldet, nach einem Motorradunfall. Kay Amrell stirbt am letzten Juli-Tag 1999. In seiner Musik lebt er aber weiter – und im kollektiven Gedächtnis vieler Nordhäuser, die ihn als herausragenden Sänger der Gruppe Pan einst erlebt haben.

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Ein Vierteljahrhundert ist seit dem Unglück vergangen. Ihren Verlust spüren Kays Freunde noch heute. „Wir haben diesen bitteren Abschied auch nie richtig verarbeiten können“, sagt Peter Kohl. Seit Längerem planen die verbliebenen Pan-Musiker ein Memory-Konzert. Jetzt ist es so weit – zur Nordhäuser Rocknacht im Gehege.
Elf Jahre lang ist Pan ein eindrucksvoller Teil der hiesigen Musikwelt. Michael Pendzialek, Steffen Zickenrott, Ronald Kutschera, Michael Marquardt und Kay Amrell gründen die Band 1985 in Nordhausen. Peter Kohl findet drei Jahre später seinen Weg in die Gruppe. Ebenso haben Jens Wackerhagen und Torsten Engelhardt die Rockband geprägt. Pan covert Hits, aber produziert ebenso etliche eigene Lieder.

Ihr bester Song ist „No reason why (Kein Grund warum)“, zu dem 1994 auch ein Videoclip mit etlichen Aufnahmen in der Altstadt entstanden ist. Auf der Online-Plattform YouTube kann man das 6-Minuten-Video abrufen. Für nostalgische Nordhäuser ist dieses Filmchen Ohrenschmaus und Augenweide zugleich.
Hier geht es zum Musikvideo auf YouTube:
Im August 1996 geht Pans letztes Konzert über die Bühne. Danach ist Schluss. Die Musiker trennen sich, weil ihre beruflichen Wege in verschiedene Richtungen führen. Das Ende ist dennoch harmonisch. „Wir sind im Guten auseinandergegangen“, blickt Peter Kohl zurück.
Ihr Comeback zur Rocknacht soll einmalig, also unwiederholbar sein. Michael Pendzialek, Steffen Zickenrott und Peter Kohl wagen den Schritt. Ihr Memory-Konzert hat zwei Besonderheiten. Kays Familie verstärkt die Rockband. Sohn Hannes spielt Gitarre, und Ziehtochter Anni singt. Außerdem ist an diesem Abend auch noch einmal Kays Stimme zu hören.
Wenn es im Gehege funktioniert, dann könnte es hier zur Tradition werden.
Steffen Zickenrott, Mitglied der Rockgruppen Pan und Franz Karafka
Michael Pendzialek ist es gelungen, mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) die Singstimme von Kay aus dem Song „No reason why“ zu isolieren. Diese Tonspur läuft zur Rocknacht als Playback – und die Pan-Musiker spielen dazu live auf ihren Instrumenten. Für alle Beteiligten werden diese Minuten sehr emotional, das wissen sie: Mit nichts zuvor Erlebtem vergleichbar.
Dass Kay aus dem Off ausgerechnet „No reason why“ für die Rocknachtbesucher singt, ist kein Zufall. „Dieses Lied ist zeitlos schön“, sagt Steffen Zickenrott, „zu schade, um nicht gehört zu werden.“ Auch der 30-jährige Videoclip zum Song soll an dem Abend zu sehen sein.
Steffen Grischinski hofft auf die Geburtsstunde einer Tradition
Kiehnes Nordhäuser Rocknacht erlebt ihre Premiere am Sonnabend, 13. September, im Gehege. Hausherr Steffen Grischinski platziert Bühne und Publikum unter freiem Himmel auf seiner Terrasse vor dem Club Kiehne. Ab 19 Uhr ist Einlass. Die ersten Klänge sollen 20 Uhr ertönen.
Die Männer von Franz Karafka gestalten den Auftakt. Im akustischen Gewand (unplugged) spielen sie neue Lieder sowie einen Mix aus den besten Songs ihrer bisherigen drei Alben. Pan folgt als Nächstes mit dem ersten Teil des Memory-Konzertes. Die Gruppe „Word Up“ aus Ellrich entert anschließend die Bühne mit ihrem Cover-Rock von Deep Purple bis Foreigner. Für den Höhepunkt der Rocknacht soll dann Pans zweiter Part sorgen.

Mit der After-Show-Party ab 1 Uhr verlegt sich das weitere Geschehen in den Club. Ein DJ übernimmt dort den Takt bis 4 Uhr.
Die Rocknacht hat eine Vorgeschichte. Dank der Nordhäuser Marktpassage. Deren Parkdeck hat als Event-Location seinen besonderen Charme. Der Umzug ins Gehege ist dennoch ein Schritt, der alle Beteiligten mit Vorfreude erfüllt. Vom neuen Ambiente erhoffen sie sich ein Etablieren und Vergrößern ihrer Ursprungsidee. Centermanager Torsten Pietzsch ist trotz des Tapetenwechsels mit den Veranstaltern im Reinen. „Wir unterstützen auch weiterhin die Nordhäuser Rocknacht“, verspricht der Marktpassagen-Chef. Nordbrand und Sparkasse sind gleichfalls treue Sponsoren.
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Der Kartenvorverkauf läuft. Die Tickets kosten 14,50 Euro. An der Abendkasse steigt der Kartenpreis auf 17,60 Euro.
Steffen Zickenrott blickt voller Zuversicht der Nordhäuser Rocknacht entgegen. „Wenn es im Gehege funktioniert, dann könnte es hier zur Tradition werden“, sagt er. Alle Daumen sind gedrückt.





