Nordhausens alte Brennereien stehen im Fokus einer Führung der Gästeführergilde, die am Sonnabend, 13. September, um 14 Uhr vor Nordbrand in der Bahnhofstraße 25 startet. Thomas Müller, Leiter der Nordhäuser Traditionsbrennerei, nimmt sich mit den Besuchern diesmal die Neustadt-Runde vor. Diese führt über den Frauenberg und die Erfurter Straße zum Bahnhof und zurück zu Nordbrand. Dabei zeigt Müller historische Aufnahmen und verbliebene Zeugnisse des früheren Zentrums der Branntwein-Industrie, von denen es mehr gibt, als man denkt.
Auch interessant
Bereits im Jahre 1507 berichtete ein Nordhäuser Stadtschreiber über den Kornbranntwein, den er als „gebranntes Wasser“ bezeichnete. Ende des 16. Jahrhunderts war das Brennerei-Gewerbe schon ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Im Jahre 1726 waren in Nordhausen 70 Brennereien verzeichnet, im 18. Jahrhundert waren es bis zu 100.
Auch interessant
Das Reinheitsgebot von 1789 hielt fest, dass der Korn zu zwei Dritteln aus Roggen und nur zu einem Drittel aus Gerste oder Malz bestehen durfte. Um diese Standards zu garantieren, schlossen sich 1904 fast alle Brennereien zur Vereinigung Nordhäuser Kornbranntwein-Fabriken zusammen.
Im 19. Jahrhundert vergrößerte sich der Absatzmarkt der hiesigen Brennereien immer weiter. Auch Reichskanzler Otto von Bismarck zählte damals zu den treuen Liebhabern des Echten Nordhäuser Korns.
Auch interessant
Die Schnapsbrenner überlebten das Brennverbot und die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. In der DDR war der VEB Nordbrand Nordhausen der größte Spirituosenproduzent des Landes, sogar die größte Kornbrennerei Europas.
Weitere Themen aus Nordhausen
Zu Beginn der Führung am 13. September gibt es natürlich ein kleines Schlückchen aus der Nordhäuser Korngeschichte. red





