Der Vorhang des Theaters in Nordhausen öffnet sich am Freitag, 26. September, zur Premiere für Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Es ist die letzte Oper des Komponisten. Offenbach starb 1882 und hinterließ ein Fragment.

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Deshalb gibt es von dieser Unvollendeten eine geradezu labyrinthische und verwirrende Werk- und Rezeptionsgeschichte. Die Vielfalt und das Durcheinander der Fassungen und Ausgaben geben Raum für die verschiedensten Interpretationen. Die Wahrheit des Werkes liegt auf der Bühne. Und das kann auch ein Gewinn sein.
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Am Theater in Nordhausen hat man sich für eine Edition entschieden, die alle möglichen Varianten in sich vereint. Das Publikum darf sich auf spannende Unterhaltung freuen.
Der Künstler Hoffmann ist der Protagonist des Geschehens. Seine große – unglückliche – Liebe ist die Sängerin Stella, die gerade die Donna Anna in Mozarts „Don Giovanni“ gibt. Hoffmanns Gedanken kreisen nur um diese Frau. Seine Freunde Hermann und Niklaus wollen ihm in seinem Kummer beistehen. Bei Hoffmann zeigen sich, auch da er sich gerade vom Alkohol abgewandt hat, Entzugssymptome. Drei Frauen sind es, die in Traumbildern sein krankes Hirn leiden lassen.
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Das Motiv des Todes ist in allen drei zentralen Geschichten präsent. In der Romantik war der Gedanke um die Sterblichkeit der Motor des Geschehens. Aber es sind nicht nur Schauergeschichten, die Regisseur Benjamin Prins hier erzählen will. Für ihn ist das Kernthema die Zerbrechlichkeit des sensiblen Menschen und die zerstörerische Kraft der Droge Alkohol.
Im 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gab es in Paris den Kult um den selbstzerstörerischen Künstler. Doch nicht nur dort: Überhaupt wird diese Droge in unserer Gesellschaft als Droge der Geselligkeit benutzt, als Droge für Kreativität, als Pseudodroge des Genies. Heute weiß man ganz genau, wie problematisch die Substanz Alkohol für Körper und Psyche ist, und Hoffmann führt es uns als Figur vor Augen.
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Benjamin Prins will aber auch packend unterhalten und hat zudem mit Gábor Hontvári als musikalischen Leiter der Produktion einen Künstler an seiner Seite, der mit dem Loh-Orchester die faszinierend reiche musikalische Sprache Offenbachs zum Erblühen bringen wird. Die Oper ist in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Das im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Bühnenbild von Wolfgang Kurima Rauschning ist sinnlich wahrnehmbarer Genuss, ebenso die Kostüme von Emma Gaudiano.
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Die Premiere der Oper ist am 26. September. Weitere Vorstellungen folgen am 12. und 25. Oktober sowie am 14. und 30. November und am 5. Dezember. Karten gibt es an der Theaterkasse. red







