Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite. Der Altweibersommer sorgt für Bilderbuch-Landschaften im Südharz. Dieser Indian Summer verzaubert auch den Ahornpark in Ilfeld. Schön ist es hier das ganze Jahr über – aber jetzt ist es wunderschön. Etwa 300 Ahorngewächse machen den Ort so einzigartig.

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An diesem Sonnabend hallt nicht nur Vogelgezwitscher durch den Wald. Ebenso tuckert ein kleiner Traktor, kratzen Laubbesen am Boden – und die Klopfgeräusche kommen diesmal nicht vom Specht. Die Frauen und Männer vom Ahornpark-Verein haben ihren Arbeitseinsatz.

13 sind gekommen, um ihren geliebten Park winterfest zu machen. Als 59-Jähriger ist Markus Pietsch der Jüngste. Alle anderen sind jenseits der 60, einige haben schon die 70 überschritten. „Das ist der harte Kern unseres Vereins“, sagt Judith Hesse. Ihre Sorgenfalte gilt dem fehlenden Nachwuchs.

Auf die Alten ist immer Verlass: Was wäre der Verein ohne sie?

Auch wenn es hier oder da im Alter zwickt. Die Vereinsmitglieder lassen ihren Park nicht im Stich. Ihr Fleiß ist ein Evergreen. So legen sie sich auch diesmal mehr als zwei Stunden ins Zeug. Sie leeren das große Wasserfass und die Tanks, bevor der erste Frost kommt, lagern die Schläuche ein und entfernen viel Laub aus dem Park.

Sie sammeln morsche und verwitterte Widmungsschilder ein und montieren diese neu auf wetterfeste Steine. Joachim Jauer (77) liegen diese besonders am Herzen. Akkurat befestigt er die Schilder. Detailverliebt bringt er die Schlitzschrauben in Einklang.

Ahornpark
13 Vereinsmitglieder haben sich am Sonnabend am Arbeitseinsatz im Ahornpark beteiligt. © Judith Hesse

Markus Pietsch, der im Alltag als Betriebsarzt im Südharz-Klinikum arbeitet, befreit den Eingang vom Laub. Udo Neuenfeld (68) und Friedhelm Breitenstein (77) sind ein eingespieltes Team und schaffen das Herbstlaub von den Wiesen. Ein kleiner Traktor erleichtert den Transport.

Vereinschef Martin Hesse schaut glücklich auf seine fleißigen Mitstreiter. Dieses große Engagement berührt ihn sehr. Seit 2014 besteht der Verein. Sein großes Ziel ist, diesen Park der Nachwelt zu erhalten. Die zehn Vereinsgründer bleiben nicht allein. Heute sind es 138 Mitglieder.

Kultspiel soll unter freiem Himmel im Park angeboten werden

Der Eifer aller Akteure ist wertvoll. Aber auch das Geld ist wichtig. Ohne Spenden würde dem Verein das Aus drohen. Allein der neue Schotterweg, der auch bedeutsam ist für die Erreichbarkeit in Notfällen, hat 6000 Euro gekostet.

Dankbar sind die Ahörner für jede Unterstützung. Gefreut haben sie sich über den jüngsten Besuch der Nordhäuser Landtagsabgeordneten Katja Mitteldorf (Linke). Dank ihr erhält der Park eine 300-Euro-Spende vom Verein „Alternative 54“. In dessen Kasse lassen Abgeordnete der Linken seit Jahren einen Teil ihrer Einkommen fließen, um auf diesem Wege gemeinnützige Projekte in Thüringen zu unterstützen.

Ahornpark
Die Freude ist im Ahornpark-Verein groß über die 300-Euro-Spende (von links): Helga Neuenfeld, Udo Neuenfeld, Katja Mitteldorf, Judith Hesse und Volker Berndt.© Martin Hesse

An neuen Ideen mangelt es den Ahörnern nicht. Neben der Bühne ist ein Spielfeld geplant. Die vorgesehene Fläche ist bereits planiert worden – dank der Firma von Mario Kühn, Neustadts Ortsbürgermeister. Martin Hesse möchte das Kultspiel „Mensch ärgere dich nicht“ in den Park bringen, sodass es künftig hier unter freiem Himmel ermöglicht wird. Warnkegel sollen als Spielfiguren dienen.

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Seinen nächsten Arbeitseinsatz setzt der Verein für den 8. November an. Das traditionelle Adventskonzert mit Ronald Gäßlein folgt am 7. Dezember. Für nächstes Jahr stehen unter anderem schon das beliebte Ostereier-Suchen sowie das Parkfest im Kalender. Denn wer so fleißig arbeitet, darf auch feiern.