Nur beim sommerlichen 1. Harz-Hunderter Extrem im Jahre 2005 regnete es mit 21 Stunden noch länger als bei der aktuellen Ausgabe der Tour. Diese aber geht als wetterseitig chaotischster Harz-Hunderter in die mehr als 20-jährige Veranstaltungsgeschichte ein, wie Wanderleiter Bodo Schwarzberg berichtet.

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Beim Harz-Hunderter Extrem sind die Streckenlänge von 147 Kilometern schon extrem. Manchmal ist auch das Wetter recht extrem. Bis 2022 fand die Wanderung im Sommer statt, und damals war oft das schwüle Sommerwetter extrem, das sich durch den ab 2020 fehlenden Wald noch stärker als in den Jahren mit Wald auswirkte.
„Und nun hatten wir beim deswegen in den Herbst verlegten 19. Harz-Hunderter Extrem trotzdem wieder relativ extremes Wetter“, so Schwarzberg. Dieses mussten sie rund 37 Stunden ertragen. Extrem war sicher auch die Anzahl der notwendigen Kleidungswechsel, das wetterbedingt häufige Anhalten zwecks Aus- und Einpackens von Schirmen oder Regenbekleidung, der Wechsel von Auskühlen und Erwärmen und so weiter.
„Ich würde sagen, der 19. Harz-Hunderter Extrem hat seinen Namen diesmal zu recht“, betont der Wanderleiter.
Beim Start war der Regen noch nicht absehbar
„Als wir am vergangenen Sonnabend gegen 6 Uhr am Bahnhof Seesen starteten, war noch nicht abzusehen, was dann kam. Denn die Wetter-Apps kündigten zu diesem Zeitpunkt nicht so große Regenmengen und vor allem keinen Dauerregen an“, blickt Schwarzberg zurück. Nur die Windvorhersage stimmte weitestgehend überein.
Unterhalb Torfhaus (Kilometer 35) fing es zu regnen an, was sich bis zum Brocken weiter verstärkte. Laut Vorhersage gab es auf dem Brocken Windböen bis 90 km/h, und die HSB-Züge dampften hinauf, also war der Sturm nicht als Orkan eingestuft. Auf dem wolkenverhangenen Gipfelplateau stemmten sich einige Wanderer gegen den Wind. Die Extremwanderer machten nach 48 Kilometern eine kurze Pause im Wolkenhäuschen, der wahrscheinlich ältesten Schutzhütte des Harzes.

„Das Eckerloch empfing uns eher als Eckerlochbach mit viel fließendem und in kleinen Wasserfällen von Stein zu Stein plätscherndem Wasser. Bei den meisten von uns waren die Klamotten und auch die Schuhe längst bis auf die Haut durchnässt. Schirme waren wegen der hohen Windgeschwindigkeiten nicht ihrem Verwendungszweck entsprechend verwendbar“, schildert der Nordhäuser die Bedingungen.
Die Auskühlung war das größte Problem
Das vielleicht größte körperliche Problem war die aufgrund der durchnässten Kleidung in Verbindung mit dem starken Wind drohende Auskühlung. Einige joggten ein Stück zwecks Wärmegewinn durch Regen und Sturm, andere zogen nach dem Zwiebelschalenprinzip ein weiteres T-Shirt unter die Regenjacke. Ging es dann ein längeres Stück bergauf, begann man zu schwitzen. Dann wurde wieder eine Schale entfernt, bis man wieder fror.
„In Schierke kehrten und kauften wir ein, ein wenig konnte die Bekleidung abtrocknen“, so Schwarzberg. Der Regen hielt sich mit Unterbrechungen standhaft zwischen Torfhaus und Trautenstein (km 72), also mit Pause gerechnet bis dahin etwa 10 Stunden.
In Trautenstein gab es gegen 23 Uhr eine kleine Einkehr im Hotel Druidenstein. Die Inhaber und Betreiber öffneten extra für die Wanderer, so dass diese ihre Sachen ein wenig trocknen und den Flüssigkeitsspiegel auffüllen konnten. „Unser herzlicher Dank geht an das Team vom Haus Druidenstein und auch an jenes vom Harzer Erlebnishof in Grillenberg, unsere dritte Einkehr auf 147 km, in dem wir Wanderer seit Jahren Stammgäste sind“, so der Nordhäuser.
Während der Nacht regnete es nur selten, und hinter Dankerode (km 107) gab es einen herrlichen, aber trügerischen Sonnenaufgang. „Morgenrot, schlecht Wetter droht“ lautet eine alte Bauernregel, die in diesem Fall zutraf. Denn etwa sieben Kilometer vor der nächsten Einkehr im Harzer Erlebnishof Grillenberg öffnete der Himmel, verbunden mit stürmischen Böen, erneut seine Schleusen. Der Schlamm auf den Wegabschnitten zwischen Wippra und Grillenberg wurde durch den kilometerweit von Wildschweinen aufgewühlten Boden noch verstärkt. Hinzu kamen stellenweise umgestürzte Bäume.
Am östlichen Harzende nach 137 Kilometern westlich von Hergisdorf und weiter bis ans Ziel Eisleben war es dann fast niederschlagsfrei. Christian Richter aus Jena erreichte den Bahnhof pünktlich gegen 16.50 Uhr, Antje Otte-Hartig und Bodo Schwarzberg aus Nordhausen, machten das Zielfoto am Eisleber Bahnhofs-Lutherdenkmal gegen 17.25 Uhr.
Kristofer Kurbjuhn beendete seine Wanderung nach 72 Kilometern in Trautenstein, Dirk Scherlies in Altenau nach 28 Kilometern. Jedoch wanderte er unabhängig von uns noch weiter bis zum Torfhaus.
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Auch 2026 wird es den Harz-Hunderter Extrem wieder geben.




