Toller Erfolg für die Nordhäuser Hochschule: Die Professoren Uta Breuer und Elmar Hinz werden als erste Forscher aus Nordhausen mit dem Thüringer Forschungspreis 2025 in der Kategorie „Angewandte Forschung“ ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit das Projekt „Carbo-Mass“, das sie von 2021 bis 2024 mit Fördermitteln des Bundes in der Region umgesetzt haben. Untersucht wurde dabei, ob kommunale Klärschlämme nach einem Pyrolyse-Prozess und Mischung mit Biomasse zur Abdeckung von Kalihalden verwendet werden können.

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Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hat am Dienstagabend in Weimar den beiden Professoren und ihrem Team den seit 1995 verliehenen Thüringer Forschungspreis übergeben und würdigt so ihren außergewöhnlichen Einsatz für angewandte Forschung.

Das Jurymitglied Professor Dieter Brüggemann aus Bayreuth betont die zielorientierte Entwicklung eines innovativen Lösungsvorschlages für die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft. So dürfen kommunale Klärschlämme ab 2032 nicht mehr bodenbezogen verwertet werden. Außerdem wird ab 2029 eine Phosphorrückgewinnungspflicht eingeführt. Diese Änderungen stellen die Verantwortlichen vor die Aufgabe, alternative Verwertungsmethoden für ihre Klärschlämme zu finden.

Gleichzeitig sind Haldenbetreiber verpflichtet, ihre Halden abzudecken, um das Grundwasser vor unerwünschtem Eintritt salzhaltigen Sickerwassers zu schützen. „Der Verbund „Carbo-Mass“ hat diese Herausforderungen mit dem Ziel einer regionalen Kreislaufwirtschaft verknüpft und gezeigt, dass eine lokale Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2-Bilanzierung grundsätzlich machbar ist“, so Hochschulsprecherin Tina Bergknapp.

In der Bleicheröder Kläranlage wurde am 1. August eine Pyrolyse-Anlage zur Herstellung eines Karbonats im Zusammenhang mit dem Carbo-Mass-Projekt der Nordhäuser Hochschule in Betrieb genommen.
In der Bleicheröder Kläranlage wurde am 1. August eine Pyrolyse-Anlage zur Herstellung eines Karbonats im Zusammenhang mit dem Carbo-Mass-Projekt der Nordhäuser Hochschule in Betrieb genommen.© Archiv | Hans-Peter Blum

Bodenersatzstoff für Halden hält Grenzwerte ein

Nach Versuchen im Labormaßstab wurde beim Abwasserzweckverband Bode-Wipper der Pilotbetrieb begonnen und Pflanzversuche an Kalihalden durchgeführt. Gemeinsam mit industriellen und kommunalen Projektpartnern wurde gezeigt, dass nach Aufbringen des Bodenersatzstoffs „Carbo-Mass“ bewachsene Haldenflächen entstehen, bei denen nach einer geringen Bewuchszeit und geschlossener Pflanzendecke die Grenzwerte der Haldenrichtlinie für toxische Stoffe eingehalten werden kann.

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Uta Breuer freut sich, dass „Carbo-Mass“ ein Projekt war, bei dem Ingenieure und Verwaltungswissenschaftler eng zusammenarbeiten konnten. Elmar Hinz hofft, dass durch das Projekt der Austausch zwischen Politikentwicklung und ihrer praktischen Umsetzung weiter intensiviert wird. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert; die Forscher wollen das Preisgeld für die weitere Arbeit ihres achtköpfigen Teams einsetzen.

red