„Gemeinsam. Gerade jetzt“ – unter diesem Motto startet die diesjährige Kampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Ein Appell, der angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung deutlicher kaum sein könnte. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), die Deutsche AIDS-Stiftung und die Deutsche Aidshilfe rufen mit der bundesweiten Aktion zu Solidarität, Respekt und entschlossenem Handeln auf. Auch das Fachgebiet Gesundheitswesen des Landratsamtes Nordhausen beteiligt sich erneut aktiv an der Kampagne und setzt dabei vor allem auf persönliche Begegnungen.

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Begegnungen, die bewegen – ein HIV-betroffener Mann erzählt seine Geschichte

Gemeinsam mit mehreren Schulen in Stadt und Landkreis Nordhausen werden insgesamt sechs Veranstaltungen organisiert. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der selbst mit HIV lebt und mit seinem Programm „Endlich mal was Positives“ seit Jahren bundesweit Menschen bewegt. Für sein gleichnamiges Buch erhielt er den Annemarie-Madison-Preis. Mit Humor, Offenheit und manchmal provokant erzählt er von seinem Leben, spricht über Vorurteile, Diskriminierung und Krisenbewältigung und vermittelt eindrucksvoll, dass HIV heute eine gut behandelbare Infektion ist. „Positiv denken und negativ bleiben!“, gibt er den Schülern mit auf den Weg. Sein Anliegen ist klar: aufklären, Ängste abbauen und für Safer Sex sensibilisieren. „Der Virus ist nicht wählerisch. Es kann jeden treffen“, betont er.

Begleitet werden die Veranstaltungen durch Spendenaktionen, deren Erlöse an die Thüringer Aidshilfe gehen. Sie unterstützt HIV-positive Menschen im Freistaat.

Wer persönliche Beratung oder einen anonymen, kostenlosen HIV-Test sucht, kann sich vertraulich an Kathrin Wolff, HIV-Beraterin des Landratsamtes Nordhausen, wenden: telefonisch unter 03631 / 911 5402 oder per E-Mail an gesundheitsfoerderung@lrandh.thueringen.de.

Weltweit leben knapp 41 Millionen Menschen mit HIV, in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts Ende 2023 rund 97.000. Obwohl HIV unter wirksamer Therapie nicht übertragbar ist – beim Sex ebenso wenig wie im Alltag – zeigen Umfragen weiterhin große Unsicherheit: Viele Menschen fürchten sich noch immer vor gemeinsamem Geschirr oder engem Körperkontakt. Die Studie „positive stimmen 2.0“ belegt, dass 95 Prozent der befragten HIV-positiven Menschen im Jahr zuvor mindestens eine diskriminierende Erfahrung machten.

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Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des BIÖG, erinnert: „HIV-positive Menschen haben ein Recht auf medizinische Versorgung und ein Leben ohne Stigmatisierung.“ Der Welt-Aids-Tag, seit 1988 jedes Jahr am 1. Dezember, ist daher mehr als ein Gedenktag. Er ist ein Auftrag, sich einzusetzen. Nordhausen zeigt auch in diesem Jahr, dass dieser Einsatz vor Ort beginnt.

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red