Den roten Mantel überziehen, in die Stiefel schlüpfen, Haare und Bart richten. Was nach dem Weihnachtsmann klingt, ist am Montagnachmittag in Nordhausen weit mehr als festliche Folklore. Gut anderthalb Wochen vor Heiligabend beschert die Rolandgruppe den Nordhäusern ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

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Ein Geheimnis im Advent

Ihren Sonderauftritt im Rahmen des Nordhäuser Adventskalenders am Bürgerhaus nutzen Roland und seine Konfiefchen, um ein lange wohl gehütetes Geheimnis zu lüften. Professor Zwanziger kündigt wenige Stunden zuvor ein „Coming-out“ an und verrät nur so viel: Der Mann dieses Tages trägt eine Krone. Wie es sich eben für den Nordhäuser Roland gehört.

NEUER ROLAND FÜR NORDHAUSEN
Nicht nur Kinder kamen, um zu entdecken, was sich hinter dem 15. Türchen des Adventskalenders versteckt.© FUNKE Foto Services | Marco Kneise

Denn hinter der traditionsreichen Verkleidung des Schutzpatrons steckt diesmal ein Neuling. Nach 19 Jahren hat sich der bisherige Darsteller Michael Garke beim vergangenen Rolandsfest in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nun ist es Alexander Kuhnhardt, der die Krone trägt und dem Stück Stadtgeschichte ein neues Gesicht gibt.

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Mit ihm steht eine eingespielte Runde auf der Bühne: Wie schon im vergangenen Jahr Professor Zwanziger alias Thomas Müller und seit 2023 Hardy Schoenau als Ebersberg. „Dienstälteste“ im Bunde ist Anett Wernicke, die seit Jahren die Hexe verkörpert.

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Großer Auftritt mit Herzklopfen

Vor dem ersten öffentlichen Auftritt ist die Aufregung groß. Immer wieder erinnern die Konfiefchen den neuen Roland an die großen Fußstapfen, die Michael Garke hinterlassen hat. Doch Kuhnhardt zeigt, dass er dem Druck gewachsen ist. Nachdem mehrmals kräftig nach ihm gerufen wird, tritt er voller Elan aus der Tür des Bürgerhauses – als sei er schon immer der Roland gewesen.

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Mit einem kräftigen „Wieän“ begrüßt er die Nordhäuser und erntet prompt Applaus. Auch Bürgermeisterin Alexandra Rieger (SPD) lässt es sich nicht nehmen, den neuen Roland im Namen der Stadt willkommen zu heißen. Danach wird die weiße Pracht besungen, gelacht und in Nordhisser Platt allerlei Unfug geschnattert. Ganz so, wie es die Tradition verlangt.

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Seine Feuertaufe besteht Alexander Kuhnhardt „recht gut“, wie sein Vorgänger Michael Garke anerkennend feststellt. Für den Feinschliff, habe er noch Zeit. Denn das 56. Rolandsfest ist noch sechs Monate hin.

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