Es ist früher Freitagabend, der 13. Februar. In der Bahnhofstraße von Nordhausen geraten mehrere Personen aneinander. Zunächst scheint es wie einer jener Wortwechsel, die im Alltagslärm untergehen. Doch der Streit zieht weiter – hinein in die Südharz-Galerie – und erreicht dort seinen unschönen Höhepunkt.

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Im Mittelpunkt steht ein 35-jähriger Nordhäuser. Nach Zeugenaussagen soll sogar versucht worden sein, ihn aus seinem Rollstuhl zu zerren. Aufgrund einer Beinverletzung soll er zu diesem Zeitpunkt auf das Hilfsmittel angewiesen sein, wie ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Nordhausen mitteilt. Vor dem Ausgang zur Landgrabenstraße eskaliert die Situation: Körperverletzungen und Bedrohungen sind die Tatbestände, die die Polizei zunächst aufnehmen muss.

Schnelles Eingreifen – bekannte Gruppen

Der Nordhäuser Polizei sei die Häufung von Straftaten rund um die Südharz-Galerie nicht entgangen. Entsprechend vorbereitet, sei ein rasches Einschreiten möglich gewesen, erklärt der Polizeisprecher. Mehrere Beteiligte konnten im Kontext des aktuellen Geschehens ermittelt werden.

Doch damit nicht genug: Ein 46-jähriger Nordhäuser widersetzt sich den eingesetzten Beamten. Er kommt der Aufforderung nicht nach, den Bereich zu verlassen, und nutzt ausgerechnet die Gehhilfe des Rollstuhlfahrers, um die Polizisten auf Abstand zu halten. Sein Alkoholisierungsgrad ist so hoch, dass die Staatsanwaltschaft eine Blutprobenentnahme anordnet.

Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen wird zudem ein 19-jähriger Nordhäuser aufgegriffen. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Er wird dem Haftrichter in Mühlhausen vorgeführt und anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

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Zweite Schlägerei am Abend

Kaum scheint sich die Lage beruhigt zu haben, kommt es kurz nach 19 Uhr vor einem Supermarkt in der Südharzgalerie erneut zu einer Auseinandersetzung. Diesmal gipfelt der Streit in einer Schlägerei zwischen einem 19-jährigen Deutschen und einem 16-jährigen, in Nordhausen lebenden Bulgaren.

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„Die Nordhäuser Polizei wird weiter in diesem Bereich Präsenz zeigen“, betont ein Polizeisprecher. Die auffälligen Personengruppen seien bekannt – das erkläre auch die schnellen Fahndungserfolge. Dass sich polizeiliche Schwerpunkte verlagern, sei nicht ungewöhnlich. Im Sommer habe man verstärkt am Zorgeufer nördlich der Südharz-Galerie kontrolliert, derzeit verlagere sich das Geschehen witterungsbedingt in geschützte Bereiche des Einkaufscenters.

Dass die Vorfälle viele Augenzeugen hatten, bestätigt auch Landrat Matthias Jendricke (SPD). Nach eigenen Angaben in sozialen Netzwerken wurde er selbst Zeuge der Auseinandersetzungen und alarmierte die Polizei. „Die kamen dann auch schnell mit mehreren Fahrzeugen“, schreibt er. Gleichzeitig kritisiert er, dass zahlreiche Menschen lieber mit dem Handy filmten, statt ihre Aufnahmen später zur Verfügung zu stellen.

„Wenn die Polizei kommt, sind alle weg“, bemängelt Jendricke. Dabei könne genau dieses Material die Ermittlungen erheblich erleichtern. Auch die Polizei appelliert an mögliche Zeugen: Wer sachdienliche Hinweise geben kann, solle sich bei einer Dienststelle melden.

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