• Hochwasser-Erinnerung und akute Warnung: Zwei Jahre nach dem verheerenden Hochwasser in Windehausen stieg der Pegel der Zorge wieder an. Die Warnung wurde zwar wieder aufgehoben, doch die Ereignisse von 2023 sind im Ort weiterhin präsent.
  • Start der Bauarbeiten für den Hochwasserschutz: Das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) hat mit Holzungsarbeiten den Auftakt für die neue Hochwasserschutzanlage gegeben.
  • Sperrungen und Fertigstellung bis Ende 2027: Für den Bau, unter anderem an der Kreisstraße am Kieswerk, sind Vollsperrungen notwendig. Ortschaftsbürgermeister Mathias Echtermeyer fordert frühzeitige Informationen zum zeitlichen Ablauf.

Als am Montag der Pegel der Zorge erneut anstieg, war es in Windehausen plötzlich wieder da. Dieses beklemmende Gefühl. Schmelzwasser und Regen hatten den Fluss anschwellen lassen, eine Hochwasserwarnung wurde ausgegeben. Ortschaftsbürgermeister Mathias Echtermeyer (pl) verfolgte die Entwicklung mit bangem Blick.

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Mittlerweile sank der Pegel wieder, die Warnung wurde aufgehoben. Doch die Erinnerungen an das verheerende Hochwasser von Weihnachten 2023, das das Auedorf schwer traf und sogar eine Evakuierung notwendig machte, sind noch immer wach. Und mit ihnen die drängende Frage: Wann kommt endlich der Schutz?

Evakuierung von Windehausen
Windehausen war am 25. Dezember 2023 komplett überflutet und musste am ersten Weihnachtsfeiertag evakuiert werden.© Landratsamt Nordhausen | Andreas Liesegang

Ein Startschuss ohne Bagger

Am Dienstagmittag versammelten sich Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Landgemeinde Heringen und Bauunternehmen vor dem Windehäuser Sportlerheim. Referatsleiter Marco Mann sprach vom „Startschuss“ für die neue Hochwasserschutzanlage. Spektakulär war dieser allerdings nicht. Kein erster Spatenstich, kein bewegter Kubikmeter Erde.

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„Wir beginnen zunächst mit den Holzungsarbeiten und gleich danach mit den Bauarbeiten“, erklärte Mann. Sträucher, Hecken und zahlreiche Bäume müssen weichen. Unter anderem am Bahnübergang zwischen Windehausen und Heringen, der derzeit wegen Bauarbeiten an der Bahnstrecke ohnehin gesperrt ist. Wieder einmal.

Die Baumaßnahme zum Hochwasserschutz wird sich von 2026 bis 2027 erstrecken.

START HOCHWASSERSCHUTZMAßNAHME FÜR WINDEHAUSEN 2026
Marco Mann, Referatsleiter beim Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN)

Ab dem 16. März richtet die Strabag die Baustelle ein, anschließend starten die eigentlichen Arbeiten. Geplant sind eine neue, höhere Deichlinie nahe Windehausen sowie nördlich des Industriegebietes Heringen. Mehrere Deiche und Schutzmauern entstehen, ergänzt durch Pumpentechnik, mit der sich die Ortschaft künftig entwässern lassen soll. Auch das Gelände wird umfangreich angepasst, Straßen und Wege werden ertüchtigt, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umgesetzt.

Allein die Baukosten belaufen sich laut Mann auf 5,1 Millionen Euro.

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Umwege, Geduld und Bürokratie

Ein sensibles Thema ist die Kreisstraße am Kieswerk. Sie soll abgesenkt werden. Mit voraussichtlicher Vollsperrung. Für Echtermeyer ein kritischer Punkt. Schon in der Vergangenheit hätten Sperrungen längere Fahrtzeiten bedeutet. Für Einsatzfahrzeuge ebenso wie für Pendler, Einkaufende oder Besucher von Rathaus und Altenheim in Heringen.

START HOCHWASSERSCHUTZMAßNAHME FÜR WINDEHAUSEN 2026
Wie hier am Bahnübergang zwischen Heringen und Windehausen wurden Bäume gefällt.© FUNKE Foto Services | Marco Kneise

Doch eine Sperrung werde sich nicht vermeiden lassen, so Mann. Ein offizieller Zeitplan liege allerdings bisher nicht vor. Echtermeyer fordert frühzeitige Information, damit sich die Menschen einstellen können.

Fotos vom Hochwasser in Windehausen

Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Das Ortseingangsschild von Windehausen. Rechts daneben steht das Wasser schon sehr hoch.© DPA Images | Stefan Rampfel
Evakuierung von Windehausen
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) war am ersten Weihnachtsfeiertag in Windehausen vor Ort.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Der Ort Windehausen in der Goldenen Aue ist komplett überflutet und musste am ersten Weihnachtsfeiertag evakuiert werden.© Jessica Piper | Jessica Piper
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten.© Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Evakuierung von Windehausen
Am ersten Weihnachtsfeiertag lief die Evakuierung von Windehausen an. Im Ort stand das Hochwasser bis zu einem Meter hoch, sodass die Einwohner aus ihren Häusern geholt werden mussten. © Hans-Peter Blum | Hans-Peter Blum
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Der Ort Windehausen im Kreis Nordhausen ist vom Wasser eingeschlossen und sollte ab Montagmittag komplett evakuiert werde.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Blick auf ein überflutetes Wohnhaus in der Ortschaft Windehausen. Die Hochwasserlage bleibt in Nordthüringen weiter angespannt.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Zwei Autos stehen in der überfluteten Ortschaft Windehausen. Die Hochwasserlage bleibt in Nordthüringen weiter angespannt.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Anwohner verlassen die überflutete Ortschaft Windehausen. Die Hochwasserlage bleibt in Nordthüringen weiter angespannt.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Ein Traktor fährt durch die überflutete Ortschaft Windehausen. Die Hochwasserlage bleibt in Nordthüringen weiter angespannt.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Heringen
Aus Windehausen evakuierte Menschen kommen an der Turnhalle in Heringen an, wo Feldbetten bereitstehen.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Heringen
Dutzende Feldbetten stehen in der Turnhalle in Heringen bereit.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Heringen
Ein Evakuierungsbus fährt nach Windehausen, um Menschen aus dem Ort zu evakuieren.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Ein Krankenwagen fährt über eine von Hochwasser überflutete Straße nach Windehausen.© DPA Images | Stefan Rampfel
Hochwasser in Thüringen - Windehausen
Zwei Traktoren verlassen den Ort über eine von Hochwasser überflutete Straße. © DPA Images | Stefan Rampfel

Warum der Baubeginn zwei weitere Jahre dauerte, erklärt Mann mit zusätzlichen hydraulischen Berechnungen infolge des Hochwassers 2023, der Auswertung eingegangener Stellungnahmen, einem neu gestarteten Flurbereinigungsverfahren und nicht zuletzt mit deutscher Bürokratie.

Der Hochwasserschutz im Detail

Im Wesentlichen besteht der Gewässerausbau aus der Errichtung von Hochwasserschutzanlagen (ca. 1,2 km HWS-Deiche, ca. 150m HWS-Wände, 2 Absperr- bzw. Durchlassbauwerke, 2 Deichscharte) sowie ca. 1 km Geländemodellierungen und ca. 1 km Straßen-/Wegeertüchtigungen inklusive der Herstellung von zwei Überflutungsstrecken an der Kreisstraße 19.

Die Binnenentwässerung der Ortslage wird durch eine Anpassung des offenen Grabensystems von Windehausen sichergestellt. Dies betrifft die Verlegung des Mühlgrabens infolge einer Wegertüchtigung im Nordwesten, den Ersatzneubau des Regulierungsbauwerkes sowie den Neubau eines Durchlassbauwerkes. Weiterhin sind notwendige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen inkludiert.

Folgende bauliche Anlagen werden errichtet:

HWS-Anlagen
- 550 m Deich Abschnitt I
- 120 m Deich Abschnitt II
- 550 m Deich Abschnitt III
- 150 m HWS-Wand

Geländemodellierung
- 300 m GM NW am Krummbach
- 700 m GM SO

Straßenertüchtigung
- 250 m Schotterweg NW
- 350 m K19, OL Windehausen inkl. Überlaufstrecke
- 300 m K19 nach Heringen inkl. Überlaufstrecke
- eine Deichscharte im Bereich des Bahnüberganges in Heringen

Quelle: Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN)

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Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Maßnahmen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Dann könnte Windehausen vor einem Hochwasser wie 2023 geschützt sein.

Wenn die Berechnungen halten. Und wenn die Zorge sich an die Prognosen hält.

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