70 spitze Zähne und 2,30 Meter lang: Die Eckdaten des neuesten Bewohners des Tiergarten Schönbrunn in Wien sind beeindruckend. Ein 30 Jahre altes Beulenkrokodil-Männchen ist in das Terrarienhaus eingezogen.

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Im Vorjahr sorgte das Tier deutschlandweit für Schlagzeilen. Das Krokodil wurde zehn Jahre lang privat in einem Schrebergarten in Nordhausen gehalten. Als die Besitzer die Haltungsbedingungen nicht mehr erfüllen konnten, wurde es im Mai 2025 von den Behörden beschlagnahmt.

Besonderer Weg: Von Nordhausen über München nach Wien

Das Krokodil landete zunächst in der Auffangstation für Reptilien in München. Dort werden jährlich mehrere Tausend Tiere aufgenommen, medizinisch versorgt und weitervermittelt. „Wir sind unglaublich froh, dass wir für das Tier im Tiergarten Schönbrunn einen Platz gefunden haben, wo es artgerecht leben kann und große Expertise in der Pflege dieser Reptilien besteht“, erklärt Markus Baur, Leiter der Auffangstation.

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In Schönbrunn erwartete das Beulenkrokodil-Männchen auch ein passendes Weibchen. Nachdem im September des Vorjahres das alte Männchen verstorben war, ist der Tiergarten froh, wieder ein Pärchen halten zu können. „Beulenkrokodile sind nur in wenigen zoologischen Gärten zu finden“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Für den Fortbestand der Zoopopulation ist dieses Paar genetisch besonders wertvoll.“

Krokodil
Das Nordhäuser Krokodil scheint sich im Tiergarten Schönbrunn wohlzufühlen.© Daniel Zupanc

Welche Bedeutung der Aufbau von Reservepopulationen hat, zeigt die Geschichte der Beulenkrokodile. Wegen ihres Leders wurden die Tiere in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet – im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize – vor 40 Jahren fast ausgerottet. Der Zoo Atlanta und weitere Institute züchteten viele Tiere und wilderten sie erfolgreich aus, sodass die Art heute nicht mehr als gefährdet gilt.

Der Transport des Nordhäuser Tieres nach Wien wurde vom Tiergarten selbst durchgeführt: Kurator Anton Weissenbacher holte das Beulenkrokodil gemeinsam mit zwei Tierpflegern in München ab. In einer speziellen Transportkiste wurde es in einem Kleinlastwagen in den Tiergarten Schönbrunn gebracht. Dort verbrachte das Männchen zunächst einige Tage vom Weibchen getrennt in der Anlage, um sich in Ruhe eingewöhnen zu können. „In der Zeit konnten die Tiere bereits Kontakt miteinander aufnehmen, sich sehen und riechen und miteinander kommunizieren“, berichtet Weissenbacher.

Krokodil
In der schmucken Anlage des Tiergartens wird das Nordhäuser Krokodil wohl nun sein weiteres Leben verbringen dürfen. © Daniel Zupanc

Anschließend wurden die beiden Tiere zusammengeführt, was optimal verlief: Sie tauchten sofort gemeinsam ab, unternahmen sogar erste Paarungsversuche und liegen seither sowohl an Land als auch im Wasser gerne eng beieinander. 

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Der Tiergarten Schönbrunn gilt als der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Er wurde 1752 gegründet und liegt im Park des Schlosses Schönbrunn in Wien. Der Tiergarten wurde schon mehrfach als bester europäischer Zoo ausgezeichnet und hat jedes Jahr mehr als zwei Millionen Besucher. red