Schon lange bevor die ersten Musikzüge erklingen, säumen Besucher die Straßen des kleinen Harzortes Tanne. Kinder warten gespannt auf die festlich geschmückten Kühe, Kameras werden gezückt, und überall liegt diese besondere Mischung aus Vorfreude und Heimatgefühl in der Luft. Denn wenn die „Rotbraunen“ durchs Dorf ziehen, ist wieder Kuhball-Zeit im Harz.

In diesem Jahr wurde die traditionsreiche Veranstaltung am Wochenende bereits zum 100. Mal gefeiert. Der Tanner Kuhball erinnert an eine Zeit, in der das Rote Höhenvieh für viele Familien weit mehr war als nur Nutzvieh. Neben Waldwirtschaft und Bergbau stellte die Haltung der robusten Tiere über Generationen hinweg eine wichtige Lebensgrundlage im Harz dar. Nach den langen, harten Wintern wurde der erste Viehaustrieb deshalb mit großer Dankbarkeit und Freude begangen und genau daraus entwickelte sich die bis heute lebendige Tradition des Kuhballs.

Ein Dorf feiert seine Geschichte
Bis heute wird der Tanner Kuhball immer am Sonntag vor Christi Himmelfahrt gefeiert. Auftakt in diesem Jahr war der große Festumzug, bei dem sich Vereine, Gewerke und zahlreiche Gruppen des Ortes präsentierten. Mittendrin: die festlich geschmückten Kühe des Harzer Höhenviehs, die dem Umzug seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.

Ein besonderer Moment wartete am Hirtendenkmal, das 1958 als Dank und Anerkennung für die Tanner Hirten errichtet wurde. Dort stoppt der Umzug für einen gemeinsamen Fotohalt, bevor sich der Festzug weiter in Richtung Festplatz bewegte.

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Hier erwartete die Besucher ein buntes Folkloreprogramm mit Musik, Unterhaltung und Angeboten für große und kleine Gäste. Doch trotz aller Feierlichkeiten bleibt vor allem eines spürbar: Der Tanner Kuhball ist weit mehr als ein Volksfest. Er ist ein lebendiges Stück Harzer Geschichte, getragen von Menschen, die ihre Tradition bis heute mit Stolz bewahren.

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