Erschüttert und noch immer völlig fassungslos blickt die Familie auf ihren Verlust. Klaus Wäldrich ist gestorben – „ganz still und ohne ein Wort“ – im Alter von 84 Jahren. Seine Frau Erika, sein Sohn Steffen und die Enkelkinder wissen, wie groß die Lücke ist, die er hinterlässt.

Täglich

Der Newsletter für Nordhausen

Alle wichtigen Informationen aus der Region Nordhausen, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Auch viele Nordhäuser erfüllt die Nachricht mit Trauer. Aber im kollektiven Gedächtnis der Stadtbewohner und in zahllosen Schmuckstücken lebt Klaus Wäldrich weiter. Der Goldschmiedemeister bleibt unvergessen als ein Großer seines Handwerks.

Die Wurzeln des Familienbetriebes liegen in der Geseniusstraße. Vater Heinrich eröffnet 1953 in einem Hinterhof seine erste Werkstatt. Einen Laden gibt es damals noch nicht, nur den Schaukasten an einer Hausfassade. Die Goldschmiede ist noch pures Handwerk und kein Handel.

Das Talent des Vaters weckt das Interesse beim Sohn Klaus. Der Sprössling schaut sich viel ab und hat mit seinem Vater ab 1956 den besten Lehrmeister. Im Familienbetrieb reift er zum Handwerksmeister, was ihm 1969 gelingt. In Heinrichs Fußstapfen zu treten, hat Klaus niemals bereut.

Fleißig und ideenreich lösen die Wäldrichs ihre Probleme, mit denen Handwerksmeister in der DDR konfrontiert werden. Die Arbeit in der Werkstatt dominiert den Alltag. Oft zaubern die Goldschmiede aus altem Material, das ihnen die Kunden überlassen, neue Meisterstücke.

Der Familienbetrieb überlebt den Sozialismus und zieht schließlich 1993 von der Bochumer Straße in die Nordhäuser Altstadt. Mit Steffen (1971 geboren) übernimmt die dritte Generation.

Weitere Themen aus Nordhausen

Der Beruf hat sich verändert. Geschäft und Werkstatt sind heute gleichwertig. Wer sich als Goldschmied behaupten will, muss auch Uhrmacher sein. Steffen geht diesen Weg und hat dank seiner Eltern kräftige Unterstützung. Auch im hohen Alter stehen Erika und Klaus ihrem Sohn zur Seite.

Klaus Wäldrich hat ein gutes Herz besessen, blickt die Familie voller Dankbarkeit auf sein Leben zurück. Jetzt ruht es still. Die Trauerfeier ist am Freitag, 22. Mai, auf dem Friedhof in Krimderode. Sie beginnt um 14 Uhr.