Krankheit, technische Probleme und am Ende sogar ein Leihrad: Für die Geschwister Raphael und Marla Mund wurde die TMP-Jugendtour, die viele Radsportfans auch „Kleine Friedensfahrt“ nennen, zur echten Belastungsprobe.
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Als Raphael Mund am letzten Tag der Rundfahrt auf ein Leihrad steigen musste, war längst klar, dass dieses Wochenende anders verlaufen würde als geplant. Der 16-jährige Nachwuchsfahrer aus Nordhausen hatte sich auf eines der größten Nachwuchs-Radrennen Ostdeutschlands vorbereitet. Statt um Spitzenplätze zu kämpfen, musste er vor allem gegen widrige Umstände anfahren.
Trotz Krankheit, technischer Probleme und fehlender Rennform beendete der U17-Fahrer die Rundfahrt in Gotha und Weingarten als bester Thüringer. Mit Platz 68 unter 128 Startern war Raphael zwar unzufrieden, wie sein Vater Steffen Mund berichtet, doch gerade darin zeigte sich sein Kampfgeist.
TMP-Jugendtour: Die besten Schnappschüsse vom Radrennen im Kreis Gotha
„Bereits vor dem Start hatte Raphael eine Erkrankung überstanden und konnte nicht mit der gewünschten Form anreisen“, sagt Steffen Mund. Hinzu kamen mehrere technische Defekte. „Erst machte das eigene Rennrad Probleme, später funktionierte auch das Ersatzrad nicht zuverlässig. Am Ende blieb nur noch ein Leihrad“, erklärt Mund.

Kampf gegen Widerstände
Die TMP-Jugendtour zählt zu den wichtigsten Nachwuchsrennen im Osten Deutschlands. Über drei Tage stehen Rundstreckenrennen, Einzelzeitfahren und ein Straßenrennen auf dem Programm. Das Fahrerfeld gilt jedes Jahr als stark besetzt.
Unter diesen Bedingungen überhaupt ins Ziel zu kommen, ist für viele Nachwuchsfahrer bereits ein Erfolg. Raphael Mund schaffte das trotz aller Rückschläge und war am Ende sogar bester Thüringer seines Jahrgangs.

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Auch seine Schwester Marla Mund stand bei der „Kleinen Friedensfahrt“ am Start. Doch auch für sie wurde das Wochenende schwierig. Nach drei Wochen Krankheit bekam sie bereits im ersten Rennen Atemprobleme und merkte schnell, dass sie körperlich noch nicht wieder bei voller Stärke angekommen war.
Trotzdem nahmen beide Geschwister wichtige Erfahrungen aus Gotha mit. Gerade im Nachwuchs-Leistungssport gehören solche Wochenenden dazu – jene Tage, an denen mentale Stärke wichtiger wird als Ergebnisse.

Begeisterung für den Nachwuchs-Radsport
Für Familie Mund richtet sich der Blick inzwischen wieder nach vorn. Gleichzeitig zeigt das Wochenende, welches Potenzial im Nachwuchs-Radsport in Thüringen steckt.
Genau daran knüpft das Projekt „Fahr Rennrad“ an. In Nordthüringen soll eine feste Trainingsstruktur für Kinder und Jugendliche entstehen.
Ein erster Schritt folgt bereits am Pfingstmontag, 25. Mai. Von 13 bis 16 Uhr findet am Autodrom in Nordhausen ein Schnuppertag statt. Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren können dort den Rennradsport ausprobieren und mit Trainern ins Gespräch kommen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.
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Im Mittelpunkt stehen Sicherheit, Fahrtechnik und die Freude am Radfahren. Auch wer noch kein eigenes Rennrad besitzt, kann teilnehmen. Wichtig sind vor allem Interesse am Sport, Bewegungsfreude und ein Helm.
„Raphael war mit seinem Ergebnis natürlich nicht zufrieden“, sagt Steffen Mund. „Aber wenn man Krankheit, Defekte und den Start auf einem Leihrad berücksichtigt, kann er trotzdem stolz darauf sein, die Rundfahrt durchgezogen zu haben.“
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