Das historische Theater von Nordhausen ist noch immer eine Baustelle, wird erst im Herbst 2027 wiedereröffnet. Das ist ärgerlich für alle Theaterfreunde – problematisch ist es nicht. Schließlich kann der Theaterbetrieb weitergehen, was wiederum Einnahmen garantiert: Mit dem neuen Anbau am klassizistischen Denkmal hat Nordhausen seit 2023 eine Interimsspielstätte.

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Eine, die das Publikum zwar in puncto Platz zu Genügsamkeit zwingt. Die auch einige akustische Defizite hat. Aber die im Gegensatz zu der in Coburg nicht allein schon 40 Millionen Euro verschlungen hat. Noch wichtiger: Es ist eine Interimsspielstätte, die so gebaut wurde, dass sie ohne größere Umbauten perspektivisch Ballett- und Malsaal, Tischlerei und Dekolager beherbergen kann.
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Eine Lösung, die besser als ein Zelt auf dem Bebelplatz ist. Altenburg ging genau diesen Weg, muss nun mit immensen Kosten leben. Laut Leipziger Volkszeitung verschlang das Theaterzelt in der Skatstadt insgesamt über eine Dreiviertelmillion Euro.
Ist der Kulturminister wie diese Woche in Nordhausen vor Ort, kommen zwangsläufig Vergleiche mit anderen Theaterbaustellen zur Sprache. 167 Millionen Euro für das Deutsche Nationaltheater in Weimar oder mehr als 145 Millionen Euro für das Würzburger Theater relativieren doch jene über 44 Millionen Euro, die in der Rolandstadt letztlich verbaut werden.
Dafür der Politik Dank zu zollen, lässt Intendant Daniel Klajner keine Gelegenheit aus. Ebenso klug nutzt er den Ministerbesuch, um sein Haus mit Blick auf die laufende Theaterfinanzierung durch das Land in beste Stellung zu bringen. „Einsam auf weiter Flur“ sei das hiesige Theater.
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Der Minister versteht die Botschaft und sagt, das Land stehe zu den vertraglichen Verpflichtungen. Unter Rot-Rot-Grün hatten die Theater Finanzierungszusagen bis mindestens 2030 bekommen. Für die Zeit danach kann der Minister auch ob der finanziell angespannteren Lage freilich nichts versprechen. „Wir tun alles, dass es so weitergeht“, sagt er und bekommt von Theaterfördervereinschefin Barbara Rinke umgehend mit auf den Weg: „Wir werden Ihnen den Rücken stärken, wenn es nötig ist.“
An solchen Aussagen wird klar: Mit Ende der Generalsanierung werden nicht alle Probleme vom Tisch sein. Das Theater mit Leben und Publikum zu füllen, wird eine ähnliche Herausforderung. Gerade in Zeiten knapper Kassen.








