Der Sommer nimmt Fahrt auf – pünktlich zu seinem kalendarischen Beginn. Beate und Ulf Klemmer blicken den kommenden Tagen erwartungsfroh entgegen. Es ist Biergarten-Wetter.

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Seit 17 Jahren betreiben die beiden Ilfelder ihre Gaststätte Brandenburg in Nordhausen. In dieser Zeit haben sie viel erlebt. Nicht jeder ihrer Pläne führt zum gewünschten Ergebnis. Aber entmutigen lassen sie sich nicht.
Die Gaststube ist die ganzjährige Basis der Brandenburg. Lacht die Sonne kräftig am Himmel, rundet der Biergarten im Hinterhof das Angebot vielversprechend ab. Dieser verfügt über 30 Plätze. Die Deko liegt Beate sehr am Herzen. Die prächtige Blumen-Dominanz ist vorbei. Jetzt sorgen Gemüse-, Obst- und Kräuterpflanzen für die grüne Zierde. Die Weinrebe wächst hier schon seit 2010. „Es wird immer schöner“, freut sich Beate über die Atmosphäre im Biergarten.
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Die Altstadt ist prädestiniert für Gasthäuser. Es mangelt lediglich an Parkplätzen. Aber wer den Weg nicht scheut, wird meist belohnt. Ulf Klemmer (53) mag diesen Stadtteil. Hier wagt er vor 23 Jahren seinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit – als Pächter des Lokals „Mecklenburgs Hof“. Seine Frau Beate (54) ist gebürtige Ludwigsfelderin. Mit ihren Eltern zieht sie 1983 nach Ilfeld. Aus der Brandenburgerin wird eine Südharzerin.
Beate und Ulf vereint auch die Liebe zum Beruf. Sie sind mit Herz und Seele dabei. Gemeinsam fassen sie 2009 den Mut, die Brandenburg zu kaufen. Seitdem sind sie in der Stadt eine bekannte Adresse der deutschen Küche. Neben dem Lokal bieten sie auch zwei Ferienwohnungen an.

Für diesen Beruf muss man brennen. Anderenfalls ist das Scheitern nur eine Frage der Zeit. Ein guter Gastronom ist auch ein geschickter Jongleur beim Erfüllen der täglichen Aufgaben. Küche und Service benötigen konstante Qualität. Die Lust, Neues auszuprobieren, darf die Vernunft der Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Das Kochen, Braten und Servieren ist ebenso wichtig wie das Organisieren und Kalkulieren.
Was wir schaffen können, das machen wir.
Beate Klemmer, Küchenchefin in der Nordhäuser Gaststätte Brandenburg
Beate und Ulf meistern all das – zu zweit. Die Aufgaben sind klar verteilt. Sie ist die Küchenchefin, er die Servicekraft. „Was wir schaffen können, das machen wir“, sagt Beate. 30 Personen in drei Stunden zu bewirten, ist machbar. Kommen alle gleichzeitig, wird es eng. Dann kann es auch mal etwas länger dauern, bis das bestellte Essen auf dem Tisch steht. Doch auch im Stress bleibt der eigene Anspruch unanfechtbar.
Fertiggerichte haben keine Chance. Frisch muss es sein. Ob Schnitzel, Rinderroulade oder Schweinebraten. Die Klassiker sind beliebt. Beates Experimentierfreude setzt sich nur sporadisch durch – wie beim Linsencurry. Nicht alles, was schmeckt, ist erfolgreich. Es bleibt immer ein Risiko, ob sich die Gäste mit Neuem locken lassen. Aus Erfahrung vertraut Ulf mehr dem Traditionellen. „Schnitzel darf ich auf keinen Fall von der Karte nehmen“, kommentiert Beate augenzwinkernd.
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Aber regional und individuell darf es sein. Die hauseigene Apfelschorle ist ein Beispiel dafür. Die Äpfel stammen aus dem heimischen Garten, deren Saft gewinnen die Klemmers dank der Mosterei in Harzungen. Auch Kräuter, Dressings und Soßen tragen das unsichtbare Siegel „hausgemacht“. Und viele Gäste wissen es zu schätzen.






