Nach wie vor gibt es die klassischen Handtaschendiebstähle, dazu kommt versuchter Betrug über das Internet oder Telefon – der Enkeltrick ist das bekannteste Beispiel. Auch wenn ein Blick auf die Kriminalstatistik zeigt, dass die Zahl der Straftaten in Thüringen 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, komme dies bei der älteren Bevölkerung anders an, sagt Jan Steinhausen.

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Der Geschäftsführer des Landesseniorenrates – vergangene Woche sprach er auf einer Präventionsveranstaltung in Kölleda – habe festgestellt, dass ein knappes Drittel der Menschen über 65 Jahren Angst davor hat, Opfer einer Straftat zu werden. Dies sei deutlich höher als die tatsächliche Zahl der Vorfälle. „Was uns Angst machen sollte, ist vielmehr, dass so viele Leute Angst haben.“ Um dem entgegenzuwirken, hat er sieben Tipps zusammengestellt:
1. Eigene Kompetenz stärken
Das Mantra „Ich bin kompetent“ setzt Steinhausen als Grundlage. Es sei wichtig, Kompetenzen zu erkennen und (mehr) Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Ganz praktisch könnten Gymnastikübungen fest in den Alltag integriert werden, mit dem Wissen, dass der Körper so länger beweglich bleibt. Das helfe dabei, selbstbestimmter leben zu können.
2. Gefährdungen vorbeugen
Schutz vor möglichen Gefahren fängt im eigenen Zuhause an: Fenster und Türen schließen, wenn das Haus verlassen wird. Stolperfallen vermeiden, da Stürze im Alter schnell dazu führen, dass eine Person über längere Zeit pflegebedürftig wird. Und natürlich: Anrufe mit unbekannter Nummer nicht annehmen – oder zumindest schnell auflegen, wenn etwas verdächtig erscheint.
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3. Nicht immer Ja sagen
Gerade bei Betrügern, die mit emotionalen Geschichten wie dem Enkeltrick am Telefon versuchen, Geld zu erhalten, ist es wichtig, sich nicht einwickeln zu lassen. Jan Steinhausen rät, das Nein-Sagen zu üben. Zudem helfe es, sich ein paar feste Regeln für den Alltag zu setzen, zum Beispiel: „Ich gebe nie fremden Personen Geld.“
4. Soziale Kontakte pflegen
Die wichtigste Sicherheitsgarantie im Alltag sei nicht die Polizei, vielmehr könnten vertraute Personen im privaten Umfeld bei Bedarf schnell beratend zur Seite stehen. Neue Kontakte knüpfen und Freundschaften pflegen sei daher auch im Alter wichtig: „Dort finden Sie Ermutigung.“
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5. Hilfe im Umfeld suchen
Über die privaten Kontakte hinaus finden ältere Menschen weitere Angebote und Unterstützungen in der Nähe ihres Wohnorts. Das Programm Agathe setzt sich in ganz Thüringen dafür ein, Einsamkeit im Alltag abzubauen. In Gesprächen wird gemeinsam geschaut, wo die eigenen Interessen liegen und welche Möglichkeiten es gibt, wieder mehr am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Gespräche können im eigenen Zuhause stattfinden. Kontakt zu Ansprechpartnern vor Ort kann über den Kreisverband Sömmerda/Artern des Deutschen Roten Kreuzes aufgenommen werden, unter agathe@drk-sda.de oder per Telefon: 0173/9694245.
6. Polizei bei Vorfällen einbeziehen
Bei Betrugsfällen, Diebstählen oder anderen kriminellen Vorfällen ist die Polizei ein wichtiger Partner. Ältere Leute sollten sich nicht scheuen, Vorkommnisse umgehend zu melden.
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7. Vertrauen haben
Ein Vertrauensverlust habe Auswirkungen sowohl auf die gesellschaftliche Stabilität als auch auf das eigene Wohlbefinden. Ein gesundes Misstrauen sollte zwar vorhanden sein, aber Jan Steinhausen betont: „Das Vertrauen in mich, in mein soziales Umfeld, darf trotz aller Gefährdung nicht verloren gehen.“
sk









